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Der jüdische Student · 1905-06-01 · Heft 2 (Juni 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Juni 1905)
Date
1905-06-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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58 -:-- „Der Ausschuss der Professoren erblickt, wie die Studentenschaft, in der Wahrung der überlieferten akademischen Freiheit, die aus der Eigenart deutschen Wesens sich entwickelt hat, eine Grundbedingung für das Gedeihen der Hochschule. Insbesondere erkennt der Ausschuss das volle Recht der Studentenschaft an, in ihren Versammlungen akademische Fragen zu erörtern, entsprechende Anträge bei den Hochschulbehörden zu stellen und sich in allen studentischen Angelegenheiten mit anderen Hochschulen zwecks Meinungsaustausches in Verbindung zu setzen." Inzwischen hatten sich auch die Hochschulen von München und Halle dem Protest angeschlossen, und an demselben Tage, als die Sezession der Hannoveraner Studenten erfolgte, endete bereits der Streit der Marburger Studentenschaft mit dem Kultusministerium und zwar mit einem Siege der Studenten, indem der Minister ihnen folgendes zugestand: 1) Freier Verkehr von Ausschuss zu Ausschuss, 2) direkter Verkehr mit dem Ministerium, 3) freier Verkehr mit der Presse. — Am 23. Februar erfolgte dann im Abgeordnetenhaus bei der Beratung des Kultusetats eine allgemeine Besprechung der Hochschulvorgänge, bei der der Kultusminister Dr. Studt seinen Standpunkt dahin zusammenfasste, dass er sagte: „Ich habe der Zumutung, die akademische Freiheit durch ein Verbot der konfessionellen Verbindungen zu beeinträchtigen, entschieden Widerstand geleistet, und wie ich glaube, mit vollem Recht. An sich sind konfessionelle Verbindungen an den Hochschulen eine unerfreuliche Erscheinung. Aber das will ich hier nicht näher erörtern. Sie bestehen aber, und zwar als evangelische, katholische und jüdische, zum Teil schon seit längerer Zeit, und es fehlen alle rechtlichen Vorausaussetzungen für ihre Beseitigung. Daher sind die Versuche, die konfessionellen Verbindungen einzuschränken, gescheitert an dem gesunden Sinn des weitaus überwiegenden Teiles der Studentenschaft der preussischen Universitäten, und mit ganz verschwindenden Ausnahmen hat diese Bewegung keinerlei Billigung und Unterstützung bei den akademischen Lehrkörpern gefunden." Ausserdem äusserte sich noch der Ministerialdirektor Althoff in längerer Rede, deren Inhalt jedoch ziemlich verworren war. Von Interesse für uns ist nur die von ihm erwähnte Tatsache, dass die Frage schon vor Jahren an die Unterrichtsverwaltung herangetreten sei, indem man nämlich die Auflösung der jüdischen Verbindungen verlangte. „Wir wurden damals aufgefordert, dem „antinationalen Treiben" derselben ein Ende zu machen. Wir sind aber damals für die Berechtigung der jüdischen Vereine ebenso eingetreten wie jetzt für die katholischen." — Nachdem sich in den auf diese Besprechung im Landtag folgenden Tagen noch die Studentenschaft von Aachen und Greifswald in öffentlichen Erklärungen der Bewegung angeschlossen hatte, und inzwischen in Braunschweig die vom Lehrerkollegium und der Studentenschaft gewählte Vermittlungskommission in Beziehung auf die vorhandenen Differenzen eine Einigung erzielt hatte, ermächtigte am 26. Februar der Kultusminister den Prof. Launhardt an der Technischen Hochschule zu Hannover, dem Vorsitzenden des Professorenausschusses, der Studentenschaft folgende Erklärung abzugeben: 1) es steht seitens

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