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Der jüdische Student · 1905-06-01 · Heft 2 (Juni 1905) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 2 (Juni 1905)
Date
1905-06-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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54-.- Mathematiker annähernd dasselbe geblieben und in Pharmacie und Zahnheilkunde die Verhältniszahl der jüdischen Studierenden erheblich gestiegen ist. In wie starkem Masse die Juden seit 1886 der Medizin den Rücken kehrten und sich dafür der Jurisprudenz zuwandten, geht daraus hervor, dass unter 100 reichsinländischen jüdischen Studierenden im Durchschnitt des Winterhalbjahres 1886-87 un(l Sommerhalbjahr 1887: 58,78 Prozent Medizin und 15,63 Prozent Jura studierten, im Durchschnitt des Sommerhalbjahres 1899 und Winterhalbjahres 1899-1900 dagegen 37,75 Prozent Medizin und 31,92 Jura. Dass trotz dieser überwiegenden Hinwendung der Juden zur Jurisprudenz ihr Anteil unter den studierenden Juristen überhaupt nicht gestiegen, sondern in dem oben genannten Zeitraum sogar von 8,87 Prozent auf 8,67 Prozent gesunken ist, liegt daran, dass sich die Zahl der christlichen Studierenden der Jurisprudenz so enorm vergrössert hat, dass selbst der starke Zudrang der Juden damit nicht Schritt hielt. Als Gesamtresultat aus den in den letzten 15 Jahren erfolgten Verschiebungen in der Wahl des Studiums geht hervor, dass die frühere ganz überwiegende Zuwendung der Juden zur Medizin nachgelassen und sich eine gleichmässigere, mit der Verteilung der Christen auf die einzelnen Disziplinen mehr und mehr korrespondierende Verteilung der Juden eingestellt hat. Nur in der Zahnheilkunde zeigt sich noch ein übermässig hoher, in Landwirtschaft, Kameralia und Nationalökonomie ein ausserordentlich geringer Anteil der Juden. Dass die Juden wie die höheren Lehranstalten so auch die Universitäten vielmals stärker beschicken als die Christen, zeigt Tabelle 29, wonach im Durchschnitt des Sommerhalbjahres 1899 und Winterhalbjahres 1899-1900 auf 100000 der christlichen Bevölkerung 35, auf 100000 der jüdischen Bevölkerung 276 Studierende entfielen. Die Juden waren damit auf den Universitäten verhältnismässig 7,9 mal stärker vertreten als die Christen. Dies Zahlenverhältnis hat sich seit dem Winterhalbjahr 1886-87 nn& Sommerhalbjahr 1887, wo es 8,1 betrug, also nur wenig geändert. d) Gebürtigkeit der Studierenden. In Tabelle 30, welche über die Gebürtigkeit der Studierenden preussischer Staatsangehörigkeit Auskunft gibt, fällt der Umstand auf, dass von den jüdischen Studierenden im Durchschnitt des Sommerhalbjahres 1899 und Winterhalbjahres 1899-1900 nicht weniger als 64,1 Prozent (gegenüber 25,2 Prozent bei den

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