Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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*- 45 Ein jeder von uns muss also die ländlichen Kommunalbehörden sowie die Bewohner der Landgemeinden, wie überhaupt die Grundbesitzer der Moldau, welche vieleicht die Niederlassung des jüdischen Elementes in ihren Gemeinden gern sehen, weil sie sie als Schankwirte, Bedienstete oder Aufseher brauchen können, — dringend verpflichten, nicht mehr die Niederlassung der Juden in den Dörfern zu dulden. Aber täuschen wir uns nicht. Vielleicht hört man auf unsern Rat nicht. Ich freue mich jedenfalls über die Interpellation, die Herr Stourza heute an mich gerichtet hat: Sie wird veröffentlicht werden, wird von aller Welt gelesen werden, und die OefTentlichkeit wird überzeugt sein, dass Herr Stourza Recht hat; und wir, die Regierung, wir stehen auf der Seite des Herrn Stourza und fordern ebenfalls, dass Abhilfe geschaffen werde für ein Uebel, welches existiert; hoffen wir, dass dies einen heilsamen Einfluss haben wird, und wir auch in der Landbevölkerung eine Stütze finden werden, die es nicht mehr zugeben wird, dass die Rumänen durch das jüdische Element unterdrückt werden. (Beifall.) — 1893. — Folgende Rede des bekannten rumänischen Staatsmannes P. P. Carp wurde in der Kammersitzung vom 4./16. Februar 1893 gehalten, in einem Jahre, als die Schulbeschränkungsgesetze für Juden, die seit 1883 s^cn ständig gemehrt hatten, eine Art Höhepunkt erreichten, indem eine Anzahl Gesetze betreffs des Ausschlusses der Juden auch von den Gewerbeschulen usw. eingebracht wurden. Carp wurde dafür von fast der gesamten rumänischen Presse mit Kot beworfen: — 5fC # * Landwirtschaftsminister P. P. Carp: Gestatten Sie mir, meine Herren, nicht gleich in das Generalexpose über das projektierte Gesetz einzutreten, sondern zunächst den Herren Deputierten, welche es angegriffen haben, einige Worte zu erwidern. Herr Stojolan hat mit dem Angriff begonnen und ein Problem aufgestellt, das sicher sehr schwierig ist. Er hat das Problem aufgestellt, zu gleicher Zeit tolerant und intolerant zu sein; er hat damit begonnen die Vergangenheit zu glorifizieren, indem er an der Hand historischer Tatsachen bewies, wie so sehr tolerant unser Land war, und von ganzem Herzen die Führung unserer Vorfahren pries. Aber was äugen-