Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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44 , Abgeordneter Voinov: War das etwa gerecht? Präsident Bratianou: Nein, das war nicht gerecht, weil es eben Rumänen waren. Gestatten Sie, bester Herr: Der Unterschied ist gross.---- — 1891. — Antwort des Ministerpräsidenten G. Manou*) in der Kammersitzung vom 4./16. Februar 1891 auf eine Interpellation des Abgeordneten D. Stourza, des späteren Ministers und Premierministers, betreffs des Eindringens russischer Juden in Rumänien: — * * * Meine Herren, es gibt nicht allein nachsichtige Kommunalbehörden, welche solchen Leuten (den Juden) erlauben, in der Gemeinde sich niederzulassen, sondern ich habe sogar Gelegenheit gehabt, die Sachen während meiner Reisen aus der Nähe zu beobachten, und zwar in einer Gemeinde des Distrikts von Neametz, die ich inspiziert habe, und wo ich die örtlichen Verhältnisse in einem ausgezeichneten Zustande vorgefunden habe. Als ich aber eine Liste der Steuerpflichtigen und Stimmberechtigten forderte, und die Liste näher prüfte, habe ich konstatiert, dass viele von den Eingetragenen garnicht das Stimmrecht hatten, und da habe ich gefragt: Warum habt ihr nicht über das Prinzip des Gesetzes gewacht, welches will, dass der, welcher weder Rumäne noch naturalisiert sei, auch nicht Wähler sein könne? Nun stellen Sie sich mein grosses Erstaunen vor, als ich da ein solches Wohlwollen für die israelitische Bevölkerung vorfand, dass ich überrascht und sozusagen ganz entwaffnet war. Man hat mir geantwortet: „Aber wenn das brave Leute sind, Leute, die ihr Handwerk haben? Haben wir Klempner und Glaser nicht nötig? Warum nichtNutzen ziehen aus solchen Leuten? Hier nebenan ist eine Fabrik. In dieser Fabrik braucht man Bedienung und Arbeiter. Die Juden sind tauglich für solche Arbeiten." Da haben Sie es, warum die Kommunalbehörden, in schlechter Auffassung des rumänischen Nationalitätsprinzipes und der Pflicht, vor allem die Rumänen zu protegieren, die Niederlassung von Fremden in den Landgemeinden autorisieren, entgegen unseren ökonomischen und nationalen Interessen . . . *) Der oben schon genannte General Manou.