Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (März 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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1859, (IV, 176): Den Juden liegt eine nicht zum zweiten Mal vorkommende, höchst eigentümliche Mischung von kaustischem "Verstand und von symbolisch allegorischer Phantasie. Er musste darum gross im Religionsstiften sein, denn sein Verstand gestattete ihm nicht, an dem Grundgeheimnis der Welt mit zugedrückten Augen vorüberzugehen, und seine Phantasie war besser geeignet, wie die irgend eines anderen Volkes, es visionär zu lösen. 1863, (IV, 292): Viktor Sterns Trauerspiel gelesen; es heisst: Die Macht der Verhältnisse. Seltsam ist es, dass die Erstlingsversuche junger Juden alle von einer so unreinen Phantasie zeugen und namentlich die Geschlechtslatrinen aufwühlen, während der dichterische Jüngling sonst immer in den entgegengesetzten Fehler zu verfallen und die ganze Welt in Himmelblau und Morgenrot zu tauchen pflegt! Ich habe es so oft erfahren, dass ich wohl endlich etwas Allgemeines darin erblicken muss, während ich es für etwas Individuelles hielt, als es mir zum ersten Male vorkam. III. ZeitgescRiöiüiöie Urteile: 1838, I (154): Emanzipation des Gassenkots muss man nicht verlangen. 1839 (I, 256): Aufgeklärte Juden: In welchem Verhältnis stehen sie zu der Messianischen Idee? Und ohne diese Idee: sind sie noch Juden? 1843 (II, 208): Die Emanzipation der Juden unter den Bedingungen, welche die Juden vorschreiben, würde im weiteren geschichtlichen Verlauf zu einer Krisis führen, welche — die Emanzipation der Christen notwendig machte. 1847 (III, 231): „Den Fluch, der über die Juden verhängt wurde, wissen sie sehr geschickt wieder auf andere Häupter abzuleiten!" 1847 (Iii, 215): Die Juden wollen ins gelobte Land, sie wollen emanzipiert werden. Aber ich dächte, die Gesetzgeber machten es wie Moses, der sie solange in der Wüste zurückhielt, bis sie die Fleischtöpfe Egyptens vergessen hatten, d. h. bis ein neues Geschlecht da war. 1848 (III, 275): „Die jüdischen Grabschriften sind der vorläufigen Zensur zu unterziehen und dem Kreisamt durch die Judenschaft in drei Exemplaren zu überreichen!" (Also Zensur des Hebräischen). (Böhmische Gubernialverfügung vom 10. IV. 1810.)