Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (März 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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24 .-,-;-r-- ■ - Wir glauben in dieser Zusammenstellung selbst die harmlosesten und unbewusstesten Aeusserungen, welche oft nur in einem Wort bestehen, nicht zurückhalten zu dürfen, indem wir die Ueberzeugung hegen, dass auch Worte, die unkontrolliert die Zollstation an der Grenze zwischen Gedanke und Niederschrift passiert haben, für die Beurteilung einer bedeutenden Persönlichkeit nicht als unwesentlich bei Seite zu werfen sind. Es muss noch darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Tagebuch Hebbels in aphoristischer Form gehalten ist und zum weitaus grössten Teil aus kurzen, abrupten Gedankengängen, poetischen Bildern usw. besteht. Wir haben versucht, die mannigfachen Urteile nach verschiedenen, allerdings nur rein äusserlichen Gesichtspunkten zu ordnen. I. 3üdisdie Eigensdiaften. 1. Feigheit. 1851 (IV, 32): Ein jüdischer Offizier, nicht zu voll Mut, zieht in die Schlacht. Sein Diener sagt zu ihm: „Herr, geben Sie mir Ihre goldene Uhr, dass ich ein Andenken von Ihnen habe, Sie brauchen Sie ja doch nicht mehr. 1861 (IV, 217): Bogumil Dawison*): Doppelpole im Herausfordern, Doppeljude im Einstecken. 2. Schacher. 1842 (II, 155) wendet Hebbel den Ausdruck „Judengroschen" an. 1844 (III, 64): Guter Ausdruck vom Maler Rahl stammend: Dass das Christentum vom Judentum herstammt, sieht man schon daraus, dass alles auf Gewinn und Verlust, Himmel und Hölle, berechnet ist. 1846 (TU, 130): (Von schlechten Büchern) Bücher, wie sie der Jude aus seinen Packen fallen lässt, ohne sie wieder aufzuheben. 1854 (IV, 101): Prag . . . Heute den Judenkirchhof und die alte Synagoge gesehen, beide allerdings einzig in ihrer Art! Merkwürdig der Unterschied zwischen den beiden Führern, welche uns begleiteten. Der Bursche, der uns auf dem Kirchhof herumjagte, denn er hatte Eile und trieb von Grabstein zu Grabstein fort, war eine ganz gemeine Schacherseele, die einem Drechsler allenfalls ein paar alte Schädel zu Kunstzwecken verhandelt haben würde. Der Greis, der *) Der Schauspieler.