Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (März 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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—-■<---— 23 die den Uebertritt zum Judentume nicht mitgemacht haben. Doch da weder die jüdischen Proselyten Ehen mit ihnen eingehen wollen, noch sie sich mit Christen verheiraten mögen, ist ihr baldiges Aussterben vorauszusehen. Das wäre die Geschichte der Sabbatarier in ihren Grundzügen. Wenn sie auch in ihrem Endresultate, dem Uebertritte grösserer Massen Andersgläubiger, zum Judentume, nicht allein dasteht, so gibt es doch kaum eine in dieser Weise langsam und allmählich verlaufende, Jahrhunderte währende, aber doch konsequente Entwicklung dem Judentume zu, wie bei den Sabbatariern. Und das ohne direkte Beeinflussung von jüdischer Seite, denn die ersten Juden wurden erst im Jahre 1623 in Siebenbürgen zugelassen. — Wunderbar ist es, dass die Sabbatarier sich trotz der vielen Hindernisse, die ihnen Glaubenshass und Intoleranz entgegenstellten, trotzdem viele von ihnen Märtyrer ihrer Ueberzeugung wurden, auf ihrem Wege nicht beirren Hessen, auf dem sie reines Streben nach Wahrheit geleitete. Als ob Judentum und Leiden innig miteinander verquickt wären, als ob eine Läuterung durch eine Schule der Leiden dazu gehöre, um reif für das Judentum zu werden! Die Geschichte des Sabbatariertums lässt uns so recht die Grösse und bezwingende Macht der Ideen im Judentum ermessen, lässt uns sehen, wie Geschlechter mit allen Kräften danach streben, diese Ideen sich zu eigen zu machen, die doch Juden selbst oft verwerfen. *><9^> <^Q)^ Aus Hebbels Tagebüchern. Mitgeteilt von E. C. Wir lassen hier die in diesen Tagebüchern niedergelegten Urteile Friedrich Hebbels über Juden und Judentum folgen, die uns einer Zusammenstellung hinreichend würdig erschienen sind. Es wird wohl einem jeden interessant sein, den Dichter der Dramen „Judith", „Herodes und Marianne", „Diamant", der Judenszene in der „Genoveva", des Gedichtes „Der Jude an den Christen" in seinen ursprünglichsten Aeusserungen über Juden und jüdische Ideen zu belauschen, umso interessanter, als wir von ihm wissen, dass seine - nächsten und anhänglichsten Freunde Juden waren: Ludwig Wihl, Felix Bamberg, Emil Kuh und Sigmund Engländer. —