Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (März 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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-;-:- 21 Ausweg, um die Freiheit wieder zu erlangen. Sie mussten sich taufen und in eine der anerkannten Religionen aufnehmen lassen. Pechi zögerte mit seiner Unterwerfung am längsten. Endlich aber verstand sich der damals fast Achtzigjährige dazu, sich taufen zu lassen. Er kam frei und erhielt einen geringen Teil seiner Güter zurück. Im Jahre 1643 schon starb er, nachdem er die letzten Jahre seines Lebens in ärmlichen Verhältnissen zugebracht hatte. Die Zeit der Blüte des Sabbatariertums war nun vorbei und vom Jahre 1638 begann sein Verfall. Rakoczi liess ihm, dem er eine fast tötliche Wunde geschlagen hatte, keine Zeit, sich zu erholen. Er ernannte eine Kommission, die das Land bereisen und die noch vorfindlichen Judenzer zur Annahme des Christensumsbestimmen sollte. Den Widerstrebenden wurde schonungslos der Prozess gemacht. So musste auch ein grosser Teil derjenigen,, die bis dahin verschont geblieben waren, sich taufen lassen. Doch die Meisten blieben in ihrem Herzen gute Sabbatarier, erzogen ihre Kinder als solche und übten die sabbatarischen Bräuche im Geheimen. Die fernere Geschichte des Sabbatariertums ist eine lange,, ununterbrochene Kette von Unterdrückungen und Verfolgungen. Die jetzt kleine Sekte duldete und litt mit der Begeisterung religiöser Schwärmerei. Ihre Anhänger wurden mit dem Tode bedroht,, ihre Habe wurde konfisziert, und viele mussten als Bettler in geheimer Flucht ihr Vaterland verlassen. Die vornehmeren und reicheren Gesinnungsgenossen fielen allmählich von ihnen ab; nur die Aermeren, meist Bauern und Leibeigene, harrten aus, aber diese klammerten sich mit krampfhafter Hartnäckigkeit an ihre religiöse Überzeugung. Zu Zeiten, wenn sie verfolgt wurden, übten sie ihre Bräuche im Geheimen, mitunter in Wäldern und Felsenschluchten. Sobald aber wichtige politische Ereignisse die Aufmerksamkeit von ihnen ablenkten, wurden sie sorgloser und bekannten sich sogar manches Mal offen als Sabbatarier. Dann folgten wieder neue Untersuchungen und unerbittliche Strafen und abermaliges Versteckenspielen von ihrer Seite. Und das wiederholtesich in grösseren und kleineren Intervallen durch mehr als zwei Jahrhunderte. Eine grosse Anzahl von Sabbatariern floh im Laufe der Zeit über die Grenze nach der Türkei, wo sie zumeist Juden wurden, und so wurde ihre Zahl in Siebenbürgen immer kleiner. Im Jahre 1867 endlich fing die Endepoche der Geschichte des* Sabbatariertums an. Am 22. Dezember 1867 sprachderungarischeLandtag die Emanzipation der Juden aus. Bald darauf wurde demLandtage