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Der jüdische Student · 1905-03-01 · Heft 1 (März 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 1 (März 1905)
Date
1905-03-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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20--:—--- der jüdischen nachgebildete Liturgie und einen das gesamte gottesdienstliche und Privatleben umfassenden Ritualkodex. Durch diese Tätigkeit Pechis beeinflusst, wandten sich, die Sabbatarier immer mehr vom Christentum ab und immer mehr dem Judentume zu. Jetzt verwarfen sie schon vollständig das neue Testament und weder in ihren Büchern, noch in ihren Bräuchen ist jetzt noch eine Spur von christlichen Anschauungen zu finden. Ihre Antipathie gegen alles christliche ging so weit, dass sie sogar das Beten mit gefalteten Händen unterliessen, weil sie es als christliche Sitte betrachteten. Bei der rührigen propagandistischen Tätigkeit Pechis und seiner Schüler nahm das Sabbatariertum eine ungeahnte Verbreitung an, so dass ein gegnerischer Schriftsteller schreiben konnte: „Es ist offenkundig, dass die Judenzerei das Land beinahe* überschwemmt hat"; die Zahl der Sabbatarier zu jener Zeit wird auf 15—20 000 angesetzt. Dieser mächtigen Entwicklung des Sabbatariertums wurde jedoch schon im Jahre 1638 Einhalt gethan. Unter ihrem Eindrucke ging ber damalige siebenbürgische Fürst Georg Rakoczi daran, einen entscheidenden Schlag gegen Pechi und seine Anhänger zu führen. Er veranlasste den Landtag gegen die Judenzer vorzugehen. Dieser setzte eine Kommission von 17 Mitgliedern ein, die in Dees zusammentreten und sich als Gerichtshof konstituieren sollte. Im ganzen Szekler Lande wurde damit begonnen, diejenigen zu eruieren, die sich durch irgend ein Anzeichen der Judenzerei verdächtig gemacht hatten. Die Sabbatarier wurden von Furcht und Entsetzen ergriffen. Pechi verfasste eine wahrhaft ergreifendes Gebet um Hilfe und Errettung. Fasttage wurden eingesetzt und täglich wurde dieses Gebet verrichtet. Doch alles Gebet und Fasten war vergebens. Das Verhängnis brach herein. Am 1. Juli 1638 wurde der „Deeser Termin" eröffnet. Gegen 1000 Sabbatarier waren von allen Seiten des Landes dazu zitiert worden. Diejenigen, die der Judenzerei überwiesen werden konnten, wurden samt und sonders zum Verluste ihres Lebens und ihrer Habe verurteilt. Allerdings wurde die Todesstrafe nur in einem Falle wirklich vollzogen, sonst aber in Kerkerhaft umgewandelt. Die Konfiszierung des Vermögens aber wurde in keinem Falle erlassen. In Abteilungen zu hundert wurden die Sabbatarier in die Festungen und Gefängnisse verschickt, unter ihnen auch Pechi. Den verurteilten Sabbatariern blieb nur ein

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