Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (März 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Bogathi starb im Jahre 1592, nachdem er sich am Schlüsse doch wieder vom Sabbatariertum dem Unitarismus zugewandt hatte. Die Dogmatik der Sabbatarier in der ersten Periode ihrer Geschichte lässt sich aus der eben besprochenen Litteratur erkennen. Es zeigt sich, dass das Sabbatariertum noch im Christentume wurzelt, dabei aber das biblische Judentum, etwas schon von rabbinischer Auilassung beeinflusst, voll und ganz anerkannt und daran festhält. Die Sabbatarier erkennen auch das neue Testament an, aber es ist deshalb für sie noch kein neues Gesetz auch keine Umgestaltung des alten; es hebt darum auch nicht das kleinste vom alten Testament auf. Jesus ist nur ein rein menschliches Werkzeug Gottes. Oft zeigt sich in ihren Liedern ihre Verehrimg für Juden und Judentum, wie in folgenden Stellen: Ausser unter Juden sehen nirgends wir Gerechte, Nirgends auch den Glauben, der zum Heile führen möchte; Wahren Glauben, echten, Nur bei Ihnen finden die Gerechten. oder Wir wählten dein Gesetz, an dem in Treu wir hangen, Ins Lager Israels sind freudig wir gegangen. Wohl schmäht man's viel und spricht Voll Hohn verachtungsvoll von ihm — uns kümmert's nicht. Ihren Anschaungen entsprechend war auch ihr religiöses Leben. Sie feierten alle im Pentateuch vorgeschriebenen Feste und beobachteten, so weit es ihnen möglich war, die meisten der in ihm vorkommenden Gesetz, so auch die Speisegesetze. In dieser Gestalt fand das Sabbatariertum schnell Verbreitung unter den Szeklern. Schon 7 Jahre nach seiner Entstehung war die Zahl seiner Anhänger so gross geworden, dass die neue Religion die Aufmerksamkeit der gesetzgebenden Faktoren auf sich lenkte. Der siebenbürgische Landtag erliess im Jahre 1595 zu ihrer Unterdrückimg ein strenges Gesetz, das aber ebenso, wie in späteren Jahren erlassene Gesetze, selten in seiner Strenge gehandhabt wurde. Aber zeitweise trat doch schon strengste Verfolgung der Sabbatarier ein; ihre Habe wurde konfisziert, sie selbst wurden in den Kerker geworfen und blutig verfolgt, so dass viele in den Bergen eine Zuflucht suchen, noch andere sich ausser Landes retten mussten.