Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 1 (März 1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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behandelt, nach bestenfalls menschlichem Recht, der Jude die Hochgedanken der Bibel, die nur nach göttlichem Recht das Leben geregelt wissen will, mit Mut und Unerschütterlichkeit verteidigt. Die Bibel aber gebietet: „Wie ein Eingeborener aus eurer Mitte soll euch der Fremdling sein, der sich aufhält bei Euch, und liebe ihn wie Dich selber." Isidor Zlocisti. (V. J. St. Berlin.) Entstehung und Geschichte der Sekte der Sabbatarier in Siebenbürgen. U. Moses. (V. J. St. Koenigsberg.) Fast bedeutungslos und wenig bekannt ist die Geschichte des Sabbatariertums, und doch spiegelt sie ganze Kulturepochen wieder, und doch ergreift sie uns mächtig in ihrer schlichten Grösse, uns besonders als Juden. Prägt sich doch in ihr der 18 Jahrhunderte währende Kampf zwischen Judentum und Christentum, zwischen jüdischen Anschauungen und christlichen Anschauungen besonders deutlich aus. Generationen sehen wir in ihr mit ganzer Seele, die Wahrheit suchen und als Wahrheit finden — das Judentum. Lang und voll von Leiden und Entsagungen, von Not und Gefahr war ihr Weg. Gering war die Anzahl derjenigen, die das Ziel erreichten, im Verhältnis zu denen, die den Weg zu beschreiten angefangen hatten. Um so mehr müssen wir diesen wenigen uneingeschränkte Bewunderung zollen für ihren Mut, für ihre Ausdauer. Die Sekte der Sabbatarier in Siebenbürgen verdankt dem Unitarismus seine Entstehung, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Italien entstanden ist und im Gegensatz zu der Dreieinigkeit die Einheit Gottes predigte. Er wurde in Italien ebenso, wie später in der Schweiz durch Gewaltmassregeln unterdrückt. Einige seiher Anhänger gelangten auf der Flucht nach Polen. Von hier aus fand der Unitarismus auch in Siebenbürgen Eingang und rasche Verbreitung. Einen begeisterten Vorkämpfer erhielt er dort in Franz Davidis. Davidis war ein Mann, der ohne Rücksicht auf äussere Verhältnisse für das von ihm als richtig Erkannte voll und ganz eintrat, und der vor keinen Konsequenzen zurückschreckte. Nacheinander war er vom Katholizismus zum lutherischen Bekenntnis und dann zum Kalvinismus übergetreten. Da lernt er den Unitarismus kennen und glaubt in ihm die