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Der jüdische Student · 1905-03-01 · Heft 1 (März 1905) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 1 (März 1905)
Date
1905-03-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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- 13 macht, durch die leichtere Bemühung des Handels ihr Leben auf Kosten der hart arbeitenden Klassen, nach Art jener lästigen Schmarotzertiere, die auf der Haut und im Pelze der grösseren hausen, zu fristen. Eine andere böse, der bürgerlichen Gesellschaft gefährliche Eigentümlichkeit der Masse des jüdischen Volkes — von Ausnahmen abgesehen — ist nach Strauss der Mangel an Ehrgefühl, vermöge dessen sie sich im Handel und Wandel Schliche und Kniffe erlaufen, welche ein Nichtjude sich teils nicht leicht gestattet, teils auch nicht darauf gefasst ist. So übervorteilen die Juden den Christen. Strauss gibt zu, dass an dieser moralischen Verkommenheit die christlichen Völkerschaften durch Unterdrückung und Misshandlung der Juden die Hauptschuld tragen. Aber sie ist nun vorhanden und kann nur durch Rassenvermischung, durch den Eintritt nichtjüdischer Glieder in die jüdischen Familienkreise, wie durch Aufnahme jüdischer in christliche beseitigt werden. — Eine gegenseitige Versetzung würde auch dem deutschen Michel ein gewisses Mousseux, wie sich später einmal Bismarck im 1. Bande der „Gedanken und Erinnerungen" ausdrückt, bringen. Er würde etwas von dem gewitzigten \Vesenf von der Mässigkeit und Nüchternheit der bisherigen ungebetenen Gäste in sich hinein bekommen. Keineswegs ist nun aber Strauss der Meinung, dass mit der Gewährung des Rechts des connubium alle Schranken fallen sollen. Nur in dem Masse, als dieses seine verschmelzende und annähernde Wirkung auch in der niedrigen Masse dieses Volkes äussert, lasse man die übrigen Schranken allmählich fallen. Also Gleichberechtigung unter Vorbehalt! Denjenigen sei sie schon jetzt gewährt, die schon vermöge ihrer Bildungslaufbahn von den humanen Elementen der modernen Kultur so durchdrungen sind, dass „wir sie im Durchschnitt als die Unsrigen ansehen dürfen." Das Resultat dieses Referates ist, dass auch Strauss den Juden völlige Freiheit nur dann geben will, wenn sie das Opfer des Selbstmordes bringen. Sie müssen ganz Deutsche werden, wie Treitschke fordert. Der Gedanke des gleichen politischen Rechts auf Grund des allgemeinen Menschenrechts tritt auch bei ihm in den Hintergrund. In der ganzen Geschichte der Emanzipation kann man durchweg beobachten, dass nur die Juden selbst die unbedingte Freiheit und Gleichheit verteidigten. Es bleibt der ewige Unterschied, dass der Christ als Deutscher mit dem Ballast seiner geschichtlichen Erinnerungen an den Füssen und Scheuklappen an den Augen die Emanzipationsfrage behandelte und

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