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Der jüdische Student · 1904-09-01 · Heft 3 (September 1904) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1904) (Fortsetzung)
Issue
Heft 3 (September 1904)
Date
1904-09-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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.-,-87 den Grünen findet, als Zwischenmeister gelten; erfordern doch manche Verrichtungen, wie das Abreiben mit Glaspapier, das Schwärzen usw. nicht die mindesten technischen Vorkenntnisse Die (im Rückgang befindliche) Schuhmacherei beschäftigte (1901) 3040 Männer und 128 Frauen und zwar namentlich in der Massenerzeugung von billigen Damensehuhen, Tanzschuhen und Pantoffeln. Dieser Zweig der Schuhmacherei ist ein Saisongewerbe; die Saison dauert von Juli bis Dezember. Die geringe Anzahl der Frauen, die in der Schuhmacherei tätig sind, hat eine äusserst schlaffe Durchführung der sanitätspolizeilichen Ueberwachung und somit ungesunde Arbeitsverhältnisse zur Fblge. Die Einwanderungsfrage ist als eine Wohnungsfrage bezeichnet worden. Mit Recht! So drückend auch die anderen Folgeerscheinungen der jüdischen Einwanderung: die hier und da erfolgte Verdrängung der Detailhändler, die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, ein gewisser Druck auf die Lohnhöhe usw. empfunden werden, sie treten zurück hinter den Missständen, die das; Zusammenströmen so grosser Massen in längst übervölkerte Stadtteile verursacht hat; und neben der Ueberfüllung sehen wir auch ein immer stärkeres Zurückdrängen des nichtjüdischen Elementes; aus diesen Vierteln. Der Jude ist nun einmal darauf angewiesen, dort sich niederzulassen, wo schon Juden wohnen; denn hier findet er Unterstützung und Rat, hier die Möglichkeit, seinen religiösen Bedürfnissen zu genügen. Zwar wird die Zahl der Wohnhäuser im Londoner Juden viertel durch öffentliche Bauten vermindert: grosse Geschäftshäuser und Schulen werden erbaut, Eisenbahnanlagen aufgeführt; aber andererseits müssen alljährlich eine ganze Anzahl kleiner Gebäude grossen Mietskasernen Platz machen, so dass eine Verringerung der Wohnungsgelegenheit keineswegs eintritt. Einige Beispiele mögen die drückende Wohnungsnot kennzeichnen: Ein Augenzeuge erzählt, dass in einem 15x9 Fuss grossen Raum ein Ehepaar mit 6 Kindern schlief, und dass in demselben Raum 10 Männer arbeiteten, so dass nachts das Zimmer 18 Personen beherbergte. — Ein Zimmer war durch zwei Laken in vier Wohnungen geteilt. — In einem andereSn Zimmer, das gleichzeitig als Niederlage von Heringen und Geflügel benutzt wurde, wohnten drei Männer und drei Frauen; überhaupt wohnen die Angehörigen der verschiedenen Geschlechter bft in demselben Räume. In einem Keller, der ein kaum zu öffnendes Fenster hatte, waren drei Betten für elf Personen!

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