Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 3 (September 1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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In Stepnay, einem der in Betracht kommenden Bezirke, war die; Verteilung auf die Einzimmerwohnungen folgende: 5 Personen in 824 Fällen 6 „ 309 „ jj n 131 „ 8 » » 37 „ 9 11 55 55 XX 53 10 „ „ 1 „ 11 55 55 1 55 12 „ 1 „ Die ohnehin hohen und ständig wachsenden Wbhnungspreisei erfahren noch eine Steigerung durch eine eigentümliche Art von' "Wohnungswucher, das „Schlüsselgeld" (das oft bis zu 50 o/0 der Jahresmiete beträgt), nach dessen Zahlung erst der Mieter ein-' ziehen darf. Der jüdische Arbeiter kann aber diese hohen Preise bezahlen; denn seine Lebenshaltung ist massig, Alkohol verbraucht er fast gar nicht, seine Familie unterstützt ihn in der Arbeit, der "Wohnraum ist zugleich Werkstatt und ein Teil der Kosten wird durch Aftermiete6) aufgebracht. Trotz der ungünstigen WohnungsVerhältnisse wird die sanitäre Verfassung als verhältnismässig günstig bezeichnet. Die Krankheitsziffern sind gering, es gibt z. B. wenig Schwindsüchtige. Ein bekannter englischer Augenarzt, Hartmann, hat festgestellt, dass die jüdischen Einwanderer häufig von ansteckenden Augenkrankheiten befallen werden (Bindehautentzündung, Trachom). In den Volksschulen sind von den aus Russland oder Polen stammenden Bindern 36 °/o damit behaftet, von englischen Kindern aus! ähnliehen Lebensbedingungen 30 o/o, während der Durchschnitt für ganz London 26 o/o beträgt. Die jüdischen Viertel zeigen, eine Sterbeziffer von 15,6 auf 1000, die englischen 20 auf 1000. Die Zahlen der Geburten sind 39—48 bezw. 31—35 auf 1000. Die Heiratsziffern sind hoch; Scheidungen oder Instichlassen der, Eheleute kommen selten vor. — Die Beteiligung der Bewohner des East End an den einzelnen Verbrechen und Vergehen ist 6) Diese Aftermiete finden wir auch als das Vermieten von Schlaf-; gelegenheiten im Turnus für Bäckergesellen am Tage und für Näherinnen bei Nacht. (Halpern.)