Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 3 (September 1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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72-1-—- Wir lassen die Briefe hier folgen: I. Wien, 31. HL 96. Hochgeehrter Herr! Für die freundliche Uebersendung Ihrer Broschüre sage ich Ihnen herzlichsten Dank. Ich habe die Schrift mit grossem Interesse gelesen und darin die Bestätigung mancher meiner Voraussetzungen gefunden. Ich vermute, dass Sie mir Ihr Werk schickten, nachdem Sie in meine Schrift über die Judenfrage Einsicht genommen haben. Sie wissen also, inwieweit ich mit Ihnen übereinstimme. In der Kritik der jetzigen Zustände berühren wir uns vielfach. Die Leidenschaft Ihres prophetischen Hufes hat mich an manchen Stellen stark ergriffen. Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebener Th. Herzl. H. Wien, am 6. II. 1904. Sehr geehrter Herr Doktor! Beim besten Willen kann ich Ihnen den gewünschten Beitrag für Ihr Blatt nicht schicken, weil die gute Laune bei mir schon längst vollständig versiegt ist, namentlich aber, seitdem ich in unserer Bewegung bin. Sie werden mir das wohl nachfühlen. Im übrigen lese ich jede Nummer Ihres Blattes mit dem grössten Vergnügen und wünsche Ihnen auch weiterhin, dass Sie sich auf .dieser Höhe halten. Mit herzlichsten Grüssen Ihr stets aufrichtig ergebener Herzl. DAS WESEN DES JUDENTÜMER Dr. Elias Jakob wirft in seinen anregenden Ausführungen über das „Wesen des Judentumes"1) die Frage auf: „Wie konnten die Juden sich so lange erhalten? Und woher stammt der Hassi, mit dem fast alle Nationen dieses Volk verfolgen?" Diie Antwort der talmudisch-orthodoxen Juden, dass Gott sein auserwähltes, *) Zukunft No. 38.