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Der jüdische Student · 1904-04-01 · Heft 1 (April 1904) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1904) (Fortsetzung)
Issue
Heft 1 (April 1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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18-- wendige Konsequenz dieses starken Kansalitätsbedürfnisses bildet die mangelnde Hingabe der Juden an das Seiende. TJeber den Versuch, das Letzte zu ergründen, verlören sie das Verständnis für die grossen, ewigen Formen der Natur. Daher ist der Jude unfähig zur bildenden Kunst. „Er ist mehr Ohrenmensch als Augenmensch", wie Buber sagt. Und wenn auch heute jüdische Künstler bildnerische Ausdrucksmittel anwenden, so bleibt doch der Grundton ihres Schaffens der gleiche wie der im Altertum. Israels' Kunst charakterisiert diese Wesensform am deutlichsten. Er gibt nicht wieder, was er beobachtet, sondern das, was er empfindet. Sein Pinselstrich muss, nach dem Ausspruch von Fritz Stahl, wie der Bogenstrich eines Geigenkünstlers durch die innere Erregung beseelt sein. Wie Israels, so die anderen Jungjuden; und deshalb erscheint es mir nicht gerechtfertigt, von einer neuerstandenen Kunst zu reden. Wohl haben sich die Juden neue Kunstmittel zu eigen gemacht, aber nichts weiter. Vielleicht werden sie auf der eigenen Scholle eine reine Gegenständlichkeit zur Entfaltung bringen; wahrscheinlich ist es, dass sie sich auf dem Wege weiterbewegen werden, den Israels gegangen, weil er zu ihrer eigensten Art leitet. Das innige Familienleben und die Mildtätigkeit sind nicht erst aus dem Leben der Diaspora hervorgewachsen, auch die Bibel hebt oft genug diese Eigenschaften hervor. Die Fähigkeit der Juden, sich leicht anderen Völkern geistig zu assimilieren, ohne sich selbst dabei aufzugeben, ein Merkmal, das den Juden schon oft zum Vorwurf gemacht wurde, ist eine altererbte Eigentümlichkeit derselben. Zur Zeit des babylonischen Exils, des Hellenismus und der modernen Emanzipationsbewegung hat ja dieses Merkmal zu bedenklichen Auswüchsen geführt, gegen die sich aber der gesunde Basseninstinkt des jüdischen Volkes noch immer rechtzeitig sträubte. Endlich wollen wir für eine eigenartige jüdische Psyche noch einen negativen Gesichtspunkt geltend machen. Die Juden wurden und werden von anderen Völkern stets als ein ihnen fremdes Element empfunden. Diese Empfindung hatte selbst Mommsen, der doch gewiss weder von religiösen noch antisemitischen Bedenken beeinflusst wurde. Die Ursache dafür sind Imponderabilien, die sich weder wegleugnen noch logisch sezieren lassen. Und nun wollen wir zum Schluss noch flüchtig die historischen Daten streifen, die uns die Einheithchkeit der jüdischen Rasse bestätigen. Die semitische Sprache, die im Osten,

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