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Der jüdische Student · 1904-04-01 · Heft 1 (April 1904) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1904) (Fortsetzung)
Issue
Heft 1 (April 1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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-.--17 die Kreuzung die jüdische Rassenindividualität zur Reife brachte, nicht gleich von der Hand weisen. Freilich, auch das ist eine Hypothese, die noch vieler neuer Anhaltspunkte bedarf. Im Gegensatz zu dieser Ansicht ist — und das besonders von jüdischen Assimilanten — die Behauptung aufgestellt worden, dass alle Mischung die Individualität einer Rasse zerstöre. Die jüdischen Assimilanten verteidigen also den Standpunkt, den H. St. Chamberlain, der eifrigste Verfechter der Reinerhaltung germanischer Art, vertritt. Abgesehen davon, dass der Begriff einer reinen Rasse von der Wissenschaft abgelehnt ist, sprechen gegen jene These die psychischen Eigentümlichkeiten der Juden. Man hat sich bemüht, diese als Ergebnisse ihrer Schicksale in der Diaspora zu erklären, aber die Geschichte des jüdischen Staates, die Berichte über das jüdische Volksleben, wie sie uns die Bibel gibt, machen jenen Versuch zunichte, wenn auch ein gewisser Einfluss des jeweiligen Milieus nicht in Abrede gestellt werden soll. Es handelt sich um psychische Prozesse, deren Analyse naturgemäss grosse Schwierigkeiten macht, ja oft genug unmöglich ist. Die Methode der experimentellen Psychologie ist auf die Untersuchung von Rassepsychen unseres Wissens noch nicht ausgedehnt, wiewohl sich da interessante weite Probleme erschliessen würden. Wir müssen uns daher auf einzelne gröbere Tatsachen beschränken, doch sie scheinen uns zwingend genug. Wir erinnern an den Sinn für soziale Gerechtigkeit, den wir durch die ganze Geschichte der Juden verfolgen können. Was heute als grossartige Neuerung gepriesen wird, wurde von Moses, der in sich die Wesensformen der Juden wie in einem Brennpunkte gesammelt hatte, zur Grundlage des jüdischen Stammes gemacht Und es ist kaum Zufall zu nennen, dass ein Jude, Marx, das gewaltige Problem des Sozialismus am prägnantesten zum Ausdruck gebracht hat. Das Verlangen der Menschheit, das, was hinter den Erscheinungen liegt, zu ergründen, hat bei den Juden, als das bereits genannte auslösende Moment der Kreuzung zur Wirkung kam, den Gott, der über den Dingen steht, geschaffen. Als dann die Scheidung zwischen Kraft und Erscheinung nicht mehr befriedigte, war es wieder ein Jude, der die Einheitlichkeit alles Seins durch sein bekanntes deus sive natura aussprach. Diese Tatsachen müssen betont werden. Sie sind ein Beweis für das starke Kausalitätsbedürfnis des jüdischen Stammes. Die not-

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