Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 1 (April 1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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..................................................-.............................-- ■—........-——-19* also bei der Mehrzahl des jüdischen Volkes, lebendig gepflegt wird, beweist zwar nicht seine semitische Reinheit; denn alle Forscher, Steinthal und Pott an der Spitze, lehnen jetzt die Identifikation von Rasse und Sprache ab; aber sie bezeugt die Zusammengehörigkeit der Juden vom Beginn ihres politischen Seins bis auf die Gegenwart, ebenso wie gemeinsame Sitte und Religion es bezeugen. Das im einzelnen zu erhärten, würde das Thema unserer Betrachtung überschreiten. So viel ist sicher, die weitverbreitete Ansicht Kirchhoffs in seinem Aufsatze „Was ist national?", nach der die politische Zusammengehörigkeit zugleich die Nationalität in sich begreift, steht mit den wirklichen Verhältnissen im Widerspruch. Die Juden sind eine nationale Rasse, die sich zur Zeit der Staatenbildung herauskristallisiert und bis zur Gegenwart in der damals gewonnenen Form erhalten hat. Zu dieser Annahme zwingt uns aber auch jenes instinktive Gefühl, und das Gefühl ist immer das primäre, daher auch bedeutsamere, das bei bewussten Juden der Gegenwart als Sehnsucht nach der freien Entfaltung ihrer Rassenindividualität zum Ausdruck kommt. Hbend am See* Oer See singt ein £4ed, und das Lied, es hat so eigene JVIelodein — Der ftimmel liegt grau über See und Stadt und die J^acbt — und die J^acbt bricht herein* Die Stadt, die trotzige Stadt umgibt Die flauer und türmender Wall: — Und das Lied: je tiefer du einst geliebt, Jz tiefer ist jetzt deine Qual. Und der Wall und die ]VIau r, der singende See und deiner Seele Schrei'n--! Du Cor, du tust dir nur selber weh — und die JSacbt--und die JNacbt bricht herein« M