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Der jüdische Student · 1904-04-01 · Heft 1 (April 1904) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1904) (Fortsetzung)
Issue
Heft 1 (April 1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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-,--.- 15 wo eine solche vorhanden ist, geht sie gewöhnlich dem Judentum verloren. Ueberdies ist die Zahl der Mischehen selbst heute in unserer aufgeklärten Zeit eine sehr geringe (nach einer kgl. preussischen Statistik 5%)- Wieviel seltener waren sie in früheren Jahrhunderten! Und endlich, wie wollen Renan und Ripley die Physiognomie der Juden erklären, die in allen Ländern annähernd die gleiche ist, die aber auch mit der von Juden auf altassyrischen Denkmälern nach der Angabe von Fachgelehrten übereinstimmt? Dass das Milieu geringe Bedeutung hat, ist bereits erörtert. Diese gemeinschaftliche Physiognomie führt zu einer Hypothese, die von Maspero und Luschan aufgestellt und von Judt unterstützt wird. Nach ihnen hat die Mischung schon im Altertum stattgefunden, und einen ersten Anhaltspunkt dafür gewährt uns die patriarchalische Epoche. Der hebräische Stamm soll vom Norden und Osten nach dem Westen und Süden, also von Mittelasien nach Syrien gewandert sein. Auf dieser Wanderung hat er aus den Völkern Pamirs, Turans und Armeniens fremde Elemente in sich aufgenommen. Bewegen sich die Autoren, wie Judt auch zugibt, hier zu sehr auf dem Gebiete der Kombination, so finden wir für die Annahme einer Kreuzung in Palästina in der Bibel selbst zahlreiche Belege. Bei der Besitzergreifung Kanaans trafen die Hebräer mit den Kanaanitern, die ein Mischvolk waren, den Amoritern und Hittitern zusammen. Dass bei der geringen Zahl der Juden die Kreuzung mit diesen Stämmen zu einem Mischtypus führen musste, erscheint sehr wahrscheinHch. Wie sich in Babylonien und Assyrien die Semiten mit den Akkado-Summeriern gekreuzt haben, so sind die semitischen Sieger in Palästina mit der eingeborenen Bevölkerung verschmolzen. Die Amoriter sind nach den Forschungen von Minder und Petric arischen Blutes; vielleicht sind sie, wie Luschan sagt, dem Drange nach Wärme folgend, über das Meer nach Afrika gezogen, ähnlich wie später oft germanische Wanderungen Italien überflutet haben. Ueber das rätselhafte Volk der Hittiter haben Conders und Luschans Forschungen mehr Aufklärung gebracht. Der letztere hat sie als zu dem brachycephalen, armenischen Typus gehörig erkannt. Sie bilden den Hauptanteil an der Umänderung der semitischen Juden. Und nun verstehen wir es auch, dass so vielen Reisenden die Aehnlichkeit in der Physiognomie der Armenier und Hebräer aufgefallen ist. Die Brachycephalie und die sogenannte Judennase sollen die letzteren von den ersteren übernommen haben,

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