Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 1 (1904) (Fortsetzung)
- Issue
- Heft 1 (April 1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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___- 13 Kindern im Alter von 1—5 Jahren 10%? von den christlichen 14 %• Budapest beträgt die durchschnittliche Lebensdauer der Juden 37, der Christen nur 27 Jahre. Nach Lombroso erreichen ein Alter von 60—70 Jahren bei den Juden 17 %> bei der anderen Bevölkerung 9,8 °/0. Im Gegensatz zu diesen Daten ist die Zahl der Geburten bei den Juden geringer. Leroy- Beaulieu sagt hierüber: „Die Juden setzen weniger Kinder in die "Welt, aber sie bringen mehr zur Reife. So haben sie das schwere Bevölkerüngsproblem in einer Weise gelöst, welche für sie am vorteilhaftesten und für die Nationalökonomen am befriedigendsten ist." Die geringere Morbidität der Juden und ihre grössere Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskrankheiten wird durch die Statistik und die Geschichte belegt. Ich erinnere daran, dass im 15. Jahrhundert, als die Pest in Europa wütete, verhältnismässig wenige Juden ihr zum Opfer fielen; und das soll ja das Märchen von den Brunnen Vergiftungen durch die Juden hervorgerufen haben. Als 1853 in Prenzlau die Cholera herrschte, starben 2,8 % von den Juden und 4,9 % der übrigen Bevölkerung. In Ungarn ist die Sterblichkeit an Tuberkulose siebenmal so gross bei den Eingeborenen als bei den Juden. Zu ähnlichen Resultaten kommt John Billings für die Vereinigten Staaten. Dass die Syphilis und der Alkoholismus bei den Juden seltener als bei den anderen Völkern auftreten, ist hinlänglich bekannt. Es ist nicht zu leugnen, dass bessere Lebensverhältnisse und die Reinheit des Familienlebens für diese Erscheinungen bedeutsam, aber keineswegs ausschlaggebend sind. A. Baer hat die Mässigkeit als die Ursache hierfür bezeichnet, aber jede Mässigkeit ist eben doch eine biologische Rasseneigentümlichkeit, und mit Recht sagt G. Beard: „Im Nervensystem, in der Konstitution der Juden scheint eine besondere Eigentümlichkeit zu liegen, die sie befähigt, den Lockungen des Alkohols zu widerstehen." Die besondere Konstitution des Nervensystems bedingt auch die unverhältnismässig häufige Erkrankung desselben bei den Juden; das Ghettoleben mit seiner Qual und Furcht, die Aufregungen des meist kaufmännischen Berufes sind nur auslösende Momente. Nach Lombroso ist schon unter den alten Hebräern eine Häufigkeit der Psychosen zu konstatieren. Er führt zum Beweise an, dass im alten Testament zur Bezeichnung von Prophet, Gottloser und Wahnsinniger dasselbe Wort gebraucht wird. Und ferner soll bei den stammverwandten Phöniziern und Karthagern, wie die Geschichte zeige,