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Der jüdische Student · 1904-04-01 · Heft 1 (April 1904) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1904) (Fortsetzung)
Issue
Heft 1 (April 1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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10-;-:--•- ZUR JUEDISCHEN RASSENFRAGE. Von Arnold Kutzinsky. Der Begriff „Rasse" ist im höchsten Grade unsicher, und doch ist heute eben jener Begriff zu einem Schlagwort geworden, dessen sich Volksredner und Jongleure des Geeistes, wie H. St. Chamberlain bedienen, um vorgefasste Anschauungen auf bequeme Weise zu begründen. Der wissenschaftlichen Anthropologie ist nur das sicher, dass alle Rassen Varietäten einer Art sind. Mit der Annahme dieser Anschauung gewinnen wir einen festen Standpunkt für die Untersuchung unseres Problems, einen Standpunkt, den Virchow scharf präzisiert hat. Nach ihm muss die Anthropologie, von dem Gregebenen ausgehend, festzustellen suchen, welche Komponenten eine nationale Rasse zusammensetzen, und ferner muss sie die Ursachen, die zur Bildung typischer erblicher Merkmale geführt haben, aufdecken. Für unsere Betrachtung wird es genügen, wenn wir die erste Forderung erfüllen und die Komponenten der jüdischen Rasse aufzufinden versuchen. Wir wenden die übliche Untersuchungsmethode an und beschäftigen uns zunächst mit den einzelnen physischen Merkmalen. Für den Hauptschädelindex haben Weissenberg, Judt und andere Werte angegeben, von denen ich die wichtigsten hervorhebenwill: In London sind von untersuchten Schädeln askenasischer Juden 38 % Langschädel und 47% Breitschädel, bei sephardischen Abkömmlingen ergibt die Feststellung 17 % Langschädel und 49% Breitschädel. In Südrussland überwiegt auch die Brachycephalie mit 81 %, Lombroso kommt in Turin zu dem gleichen Befund (75 % Brachycephalie und 9 % Dolichocephalie). Wir dürfen dieses Ergebnis der vorwiegenden Breitköpfigkeit unter den Juden nicht überschätzen. Denn zunächst ist dieses Merkmal, wie auch Virchow betont, für sieh allein betrachtet, nur von sekundärer Bedeutung; ausserdem birgt das Verfahren eine grosse Fehlerquelle in sich, die bei den anderen physischen Merkmalen auch hervortritt: Die Messung hat sich meist auf Erwachsene beschränkt; während doch eine absolute Sicherheit nur durch eine vergleichende, entwicklungsgeschichthche Methode erreicht werden kann. Wäre es demnach jgewagt, aus diesem Ergebnis positive Schlüsse zu ziehen, so können wir es immerhin kritisch verwerten. Die alte Auffassung, die Juden seien reine Semiten, wie wir solche in den dolichocephalen, dunkeläugigen

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