Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3537599-3537621-3537622--6466-3538256
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

K.C=PoÜtik 35 mentrefTen von Bundesbrüdern, die durch den Rückhalt der ihnen adäquaten Gruppe menschlich sicherer sind, das Zusammenleben in der Verbindung nur gefördert werden kann. Ich bin mir der Lückenhaftigkeit des Ausgeführten voll bewußt, hoffe aber, einige Anregungen gegeben zu haben. Wir geben im Nachtolgenden aus einem Bericht unserer Bonner Bundesbrüder Hermann Spindel und Sally Heymann einige Stellen wieder, die uns von allgemeiner Bedeutung zu sein scheinen, besonders mit Hinblick auf den Artikel von Herrn Stern in den K.C.-Blättern. Leider ist es uns nicht gelungen, den unserer Kontroverse mit dem K.C. zugrunde liegenden Tatbestand restlos aufzuklären. Wir haben jedoch den Eindruck, daß beide Parteien bei dem Vorfall sich nicht übermäßig geschickt benommen haben. Wir freuen uns, daß, wie wir aus Bonn hören, der Zwischenfall mit dem K.C. nunmehr beigelegt ist und daß unsere Bonner Verbindung mit dem Bonner K.C. zu einem gemeinsamen Vorgehen bei den bevorstehenden Asta- Wahlen gekommen ist, was wir im Interesse eines gemeinsamen jüdischen Auftretens nach außen begrüßen. Das darf uns jedoch nicht hindern, uns über prinzipielle Fragen weiter in aller Klarheit mit dem K.C. auseinanderzusetzen. Auf den nicht in allen Teilen einer akademischen Auseinandersetzung entsprechenden Ton des Sternschen Artikels beabsichtigen wir allerdings nicht einzugehen. Seit Krojankers Auseinandersetzung mit dem K.C. während des Krieges und in der ersten Nachkriegszeit haben wir uns mit der K.C.er-Frage in der Öffentlichkeit kaum mehr beschäftigt. Die Gründe hierfür sind verschiedener Art. Die zionistische Bewegung selbst brachte eine Fülle von neuen Problemen, mit denen wir uns auseinandersetzen mußten, die zionistische Propagandatätigkeit nahm in so hohem Maße unsere Arbeitskraft in Anspruch, daß die Zeit zu Polemiken, die — ohne unsere Schuld — nie sehr fruchtbar gewesen waren, fehlte. Außerdem wurde unsere Hoffnung, daß die neue Zeit und die veränderte innen- und außenpolitische Lage auch im K.C. ein neues Geschlecht rinden würde, das ein gewisses Verständnis für jüdische Fragen zeigen und eine breitere Diskussionsbasis schaffen würde, enttäuscht. Die Lektüre der K.C.-Blätter und das Verhalten des K.C. zeigte uns, daß die Erfahrungen des Krieges und der Revolution, ebenso wie die Einstellung der deutschen Studentenschaft, auf den K.C. ohne jeden Einfluß geblieben war. Nicht nur die geistige oder vielmehr ungeistige Stellungnahme des K.C. zu jüdischen und deutschen Dingen blieb unverändert, auch die alten Formen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.