Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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3£ Gedanken zur Beziehung zwischen Formen und Aufgaben des Kartells 18 Jahren zu treten, ihnen gleichgerichtete zu erfassen und durch Fahrt und gesellige Zusammenkünfte möglichst weitgehend menschlich zu bilden, ohne daß dabei irgendwie von Zionismus die Rede sein muß. Die Bildung der Kreise müßte zuerst natürlich gewaltsam sein, d. h. etwa der Chargierte fordert Bundesbrüder auf, sich zur Bildung eines Kreises bereit zu erklären, gibt das Ergebnis bekannt und fordert dann die anderen auf, sich einem dieser Kreise anzuschließen. Später wird ein Keilfuchs nur rezipiert, wenn er die Verbindung soweit kennt, daß er sich für einen der Kreise entscheiden kann. Wie ich schon sagte, soll die menschliche Ausbildung primärer Art vor der eigentlichen Fuchsenzeit stattfinden. Es wird dann nur nötig sein, den Fuchs in drei Semestern mit den drei Stoffkreisen, der Realität Palästinas, der Geschichte jüdischen Geistes und Volkstums, und der Entwicklung der Ideenwelt unserer Bewegung vertraut zu machen. Ich sage daher, nicht nur ein Keilfuchs, sondern auch ein Fuchs ist in der Regel noch kein Zionist. Zionist muß aber sein, wer Bursch werden soll, und er muß sich im Sinne des einleitend Gesagten über die ganze Tragweite dieses Bekenntnisses klar sein. Jeder Bursch. der die Absicht hat, A.H.iert zu werden, ist verpflichtet, dem Präsidium ein Jahr vorher einen Bericht über seine berufliche Ausbildung zu senden, und das Präsidium hat. das Recht, wenn ihm die Gewähr für die nötige Energie zur Realisierung der Übersiedlung zu fehlen scheint, zunächst ein zionistisches Dienstjahr vor Gewährung der A.H.ierung zu verlangen. Zum Schluß noch ein paar Bemerkungen zum Problem der geselligen Umgangsformen. Es tritt da klar zutage, daß wir auf diesem Gebiet weniger leistungsfähig sind, als andere studentische Organisationen. Dies hat zwei Gründe. Einmal haben wir einfach sehr viel mehr Wichtigeres zu tun, und dann — und das ist vielleicht behebbar und daher im Augenblick wichtiger — schließen sich in anderen Verbindungen ohne klares Programm Menschen nur nach dem einen Gesichtspunkt der Sympathie zusammen, die ein geselliges Leben selbstverständlich und einfach macht. Diese Selbstverständlichkeit und Einfachheit wird aber auch in den nach innerer Sympathie gebildeten Kreisen vorhanden sein. Ich hielte es da z. B. für sehr erstrebenswert, entweder bei einem in die Gruppe passenden Alten Herren oder auch bei einem Mitglied der Gruppe Freitagabende zu machen. Man wird mir den Einwand machen, daß durch die Einteilung in Kreise die Einheit der Verbindung gestört wird. Abgesehen davon, daß gemeinsam bleiben Konvent, Kurse, Turnen, Feste und schließlich die Oberleitung durch den Chargierten, abgesehen auch davon, daß sich nach meiner Meinung aus den Mittelpunkten der Kreise diejenigen rekrutieren werden, mit denen gemeinsam der Chargierte die Arbeit erledigt, glaube ich, daß gerade durch Vermeidung von Reibungen und durch das Zusam-