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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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30 Einige Bemerkungen zur Wintertagung des Kj.V. würden verloren gehen. Jeder einzelne des in Berlin versammelt gewesenen Kreises hat sicherlich von der Tagung Gewinn davongetragen; ob er unmittelbar in Erziehungs- und Unterrichtsarbeit umgemünzt werden kann, ist zweifelhaft, da vermutlich dazu mehr als nur eine letzten Endes doch nur einmalige Anregung gehört. Aber die Arbeit scheint dankbar zu sein, und es wäre zu wünschen, daß derartige Seminare wiederholt würden und daß sich im öffentlichen zionistischen Leben stehende Persönlichkeiten, wie diesmal, zur Verfügung stellen. Es wäre weiterhin zu überlegen, ob die Einrichtung solcher Seminare in Form von zionistischen Fortbildungskursen nicht als Institution der Altherrenschaft übernommen zu werden verdiente. Ich weigere mich, zu glauben, daß alle heute inaktiven Alten Herren des K.J.V. wegen endgültigen Absterbens zu den Bürgern, an der verantwortlichen zionistischen Arbeit nicht teilnehmen. Vielfach ist es wTohl so, daß eine Unterbrechung der zionistischen Tätigkeit zu dem einen oder anderen Moment aus materiellen oder psychischen Gründen eintrat, und daß, als diese Gründe aufhörten zu wirken, in gewissem Sinne der Anschluß versäumt war. Die Folge war zunächst intellektueller Ärger über die eigene Uninformiertheit, der auf die Organisation abgeleitet wurde, vielleicht ein von keiner Seite unterstützter Versuch, wiederum sich aus Literatur und Presse zu informieren, der jedoch bald zum Erliegen kam und in der Isolierung kommen mußte. Wir dürfen nie vergessen, daß Zionismus eine Sache ist, zu der immer mindestens zwei Männer gehören, die sich verstehen und auseinandersetzen, eine eminent gesellschaftliche Angelegenheit. Wer nun von Alten Herren — und es gab solche — diese letzte Tagung mitgemacht hat, wird mit mir übereinstimmen, wenn ich erkläre, daß auch der bestinformierte und durchgebildete Zionist eine große Bereicherung und Beglückung erfahren hat, und daß anderseits auch nicht mit großen Vorkenntnissen belastete Bundesbrüder zweifellos ohne das Gefühl der Überanstrengung der Tagung haben folgen können. Eine Veranstaltung von vielleicht zweitägiger Dauer in den Osterfeiertagen, als Seminarkurs für die Fortbildung der Alten Herren in besonderer, noch zu besprechender Weise ausgestaltet, wäre zunächst einmal in Vorschlag zu bringen. Vielleicht ist das die Form, in der man der bei uns von Zeit zu Zeit — meistens allerdings nur auf Kartelltagen — erfolgenden Mahnung an die Pflicht, uns um das Seelenheil unserer Alten Herren zu kümmern, am besten Genüge leistet: in dem man ihnen in einer Akademikern adäquaten Art die Fülle der Erkenntnisse über die aktuelle Situation jüdischen Volkstums unterbreitet, und sich bereit erklärt, in bundesbrüderlicher Weise mit ihnen bei der Verarbeitung des Stoffes zusammen zu arbeiten. Es ist ein gutes Zeichen für die Kraft und das Tempo zionistischer Entwicklung, wenn reife Männer wieder Füchse werden. Es ist aber auch für die Entwicklung der Kraft der zionistischen Be-

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