Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Einige Bemerkungen zur Wintertagung des K.|.V. 27 Einige Bemerkungen zur Wintertagung des K).V Von Bernhard Arinstein, V.J.St. Maccabaea, Berlin, A.H. Auf Tagungen des K.J.V., der Z.V.f.D. ist des öfteren — am schärfsten von Blunaenfeld — der Meinung Ausdruck verliehen worden, Zionismus als Bewegung sei Aufgabe, Lebensinhalt nur einiger weniger Menschen, die sich im Ringen um die Meisterung der Aufgaben des Zionismus heraushöben und emporbildeten. M. E. ist diese Anschauung nur sehr bedingt richtig. Die Zahl jener Mitglieder der zionistischen Bewegung, die gewillt und befähigt sind, verantwortlich am Aufbau der Organisation teilzunehmen, oder die nach stattgefundener Übersiedlung nach Palästina vollbewußte Mitarbeiter am unmittelbaren Aufbauwerk werden, ist ein Prüfstein für die Qualität unserer Werbe- und Erziehungsmethoden. Es ist ja nicht so, daß alle jene Zionisten, die später einmal zu bloßen Mitläufern der Bewegung herabsinken, denen man — vielleicht mit Recht — aber dennoch überflüssigerweise, bei Gelegenheiten, z. B. festlicher Natur, bei denen sie sich endlich einmal stellen, zuruft, sie seien nur noch durch Bande eines hohlen Ressertiments mit zionistischen Bünden verknüpft, diesen Weg quasi schicksalhaft hätten gehen müssen. Ihre Situation, die mit jeder eine bestimmte Altersgrenze erreichenden Zionistengeneration neu geschaffen wird, baut sich nicht naturgesetzlich auf der seelischen Struktur eines jeden von ihr betroffenen auf, sie ist vielmehr nur eine statistische Größe* ein Maß für den Mißerfolg zionistischer Erziehungsarbeit. Das heißt nun nicht etwa, daß eine bloße Vermehrung der Anstrengungen in erzieherischer Hinsicht hier bereits Remedur schafft, und es könnte scheinen, als sei das oben Gesagte, da auch ich kein unfehlbares Mittel zur Erzielung einer besseren „Statistik" anzugeben in der Lage bin, nichts als eitle Spiegelfechterei. Dem ist jedoch nicht so, und ich beeile mich, zu versichern, daß das K.J.V., wie mir scheint, sich auf dem richtigen Wege befindet, um die Methoden zu erarbeiten, die eine Eingliederung junger Menschen in den Zionismus mit der Chance einer geringeren Anzahl von Versagern als bisher gestatten. In der aktuellen zionistischen Situation sind solche Methoden schon aus rein kraftökonomischen Gesichtspunkten notwendig; kostet doch ein Kurs, ein Vortrag, ein Leibfamilienabend die gleiche Portion nationaler Kraft und Hingabe, ob er gut oder schlecht geleitet wird, ob das Resultat einer längeren Reihe auf Erziehung jüngerer Bundesbrüder gerichteter Schritte ein positives oder negatives ist. Und die Fülle des von einem jungen Zionisten heutzutage notwendigerweise zu verarbeitenden Wissensstoffes allein schon bedeutet bei jedem Mißerfolg einen viel größeren Verlust nationalen Kapitals als je