Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Formen und Methoden der KJ.V.=Frziehung 25 deres Leben hineinbrachten. Auf jeden Fall sollte bei uns versucht werden, in Erfährung zu bringen, inwieweit das Alte noch verwendbar ist, und man muß sich zu diesem Zweck auch mit denjenigen Alten Herren in Verbindung setzen, welche einerseits eine Erfahrung auf diesem Gebiete haben, anderseits noch so weit jung geblieben sind, daß sie die Fähigkeit besitzen, hier eine Entwicklung mitzumachen und Traditionen der heutigen Zeit anzupassen. Aber eines ist in jedem Fall zu sagen, und das gilt für alle Arten geselliger Veranstaltungen, daß eine Vorbereitung bis ins Einzelne erforderlich ist. Nun wird sich zweifellos gerade diese Art der geselligen Veranstaltungen nicht ohne weiteres einführen lassen, und es wird vieler Versuche bedürfen, ehe wir zu einem geschlossenen Rahmen kommen werden. Es ist daher erforderlich, daß gesellige Veranstaltungen anderer Art stattfinden. Wir werden hier auf die Form der Leibfamilienabende zurückgreifen müssen, da es nicht möglich sein wird, daß die Verbindung in ihrer Gesamtheit an derartigem Zusammensein teilnimmt. Es wird unbedingt nötig sein, daß sich kleinere Gruppen bilden, und man sollte es den einzelnen Bundesbrüdern überlassen, an welche Gruppen sie sich anschließen wollen. Möglichkeiten, derartige Zusammensein zu gestalten, gibt es viele. Aber auch hier sollte man ein genaues Programm stets vorbereiten. In jedem Fall wird es gut sein, nicht den ganzen Abend in zwangloser Form verlaufen zu lassen, sondern den ersten Teil sich etwas Bestimmtes vorzunehmen. Es ist durchaus möglich, daß Bundesbrüder einer Gruppe sich mit einem bestimmten Thema jüdischen oder allgemeinen Inhalts befassen und nun an den einzelnen Abenden Referate gehalten werden, an welche sich Diskussionen anschließen. Man sollte auch an Leseabende, welche in früherer Zeit durchaus erfolgreich gemacht wurden, denken. Schließlich und letzten Endes kommen für derartige Veranstaltungen noch solche in Frage, bei denen es in klubmäßiger Form den einzelnen Bundesbrüdern überlassen bleibt, womit sie sich beschäftigen wollen. Ich denke hier in erster Linie an das Schachspiel, welches ja gerade bei uns von den meisten Bundesbrüdern gespielt zu werden pflegt, sodaß man auch besondere Schachabende und vielleicht sogar Schachturniere veranstalten kann. Neben diesen mehr intimeren geselligen Veranstaltungen der Verbindungen sollte man aber auch diejenigen nicht vergessen, welche dazu dienen, repräsentativ nach außen zu wirken. Wenn auch Semesterantrittskneipen, Kommerse und ähnliche Veranstaltungen für uns heute nicht mehr in Frage kommen, sollte dennoch regelmäßig mindestens einmal im Jahr eine repräsentative Veranstaltung stattfinden, zu der auch Außenstehende eingeladen werden. Eine derartige Veranstaltung stelle ich mir etwa als «inen Festkonvent vor. Ich empfand seinerzeit die Feier anläßlich des Königsberger 20. Stiftungsfestes recht glücklich in dieser Be-