Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3537599-3537621-3537622--6455-3538245
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

24 Formen und Methoden der K.).V.=Erziehung gemeinschaften, die gemeinsam abkochen und Unterkunft suchen, müssen sich bilden. Hier liegen sicher noch Möglichkeiten für uns, die wir bis jetzt nicht verstanden haben zu benutzen. Man sollte es auch nicht übersehen, daß gerade auf Wanderfahrten sich eher Aussprachen ermöglichen lassen, daß hier vieles von der Konvention naturnotwendig fallen muß und so ein engeres Zusammenkommen der Bundesbrüder erreicht wird. Ich bin mir klar darüber, daß es hier sowohl im Sportlichen als auch auf dem Gebiete des Wanderns einer gewissen Entwicklung bedarf und man auch einen gewissen Zwang nicht wird entbehren können. Aber wir sollten nicht zu ängstlich in dieser Hinsicht sein und auch ruhig einmal durch Zwang zu wirken suchen. An dieser Stelle möchte ich auf das Camp zu sprechen kommen, das alljährlich im Sommer stattfinden müßte. Auch hier sollte man eine Form finden, die der Idee eines „Camp" möglichst nahe ist. Denn wenn auch bei uns ein Camp noch den Zweck hat, Gelegenheit zur Aussprache über das Kartell zu geben, so ist doch m. E. sein Hauptwert darin zu suchen, daß hier Bundesbrüder unmittelbarer zusammenkommen und mehrere Tage wirklich zusammenleben müssen. Ähnlichen Wert haben auch die Trefl'ahrten einander näher gelegener Verbindungen, die unbedingt weiter geschehen und ausgebaut werden müssen. Auch sollte man nicht außer Acht lassen, daß hier eine Vorbereitung von Palästinafahrten erfolgen könnte, indem wir so vielleicht in der Lage wären, dieselben zu vereinfachen und zu verbilligen. Und nun zu den Veranstaltungen im geschlossenen Raum: Hier ist für uns das Problem der Geselligkeit besonders schwierig. Die alte Form, eine größere Anzahl Menschen zusammenzufassen, damit sie gemeinsam ein geselliges Zusammenleben erfahren, war die Kneipe, deren Hauptstärke es war, daß sie über festgefügte Normen verfügte, in die jeder sich einordnen konnte. Die Kneipe ist in vieler Hinsicht heute nicht mehr möglich. Wir sollten aber nun versuchen, für uns eine neue Form derartiger geselliger Veranstaltungen zu schaffen. Wir dürfen hier nicht vergessen, daß die Form als solche auch in früherer Zeit unwesentlich erschien und nur als Mittel des Gemeinschaftslebens benutzt wurde. Man gab stets bei uns diesen Veranstaltungen einen geistigen Inhalt. Die Möglichkeit, hier etwas Neues zu schaffen, denke ich mir derart, daß Bundesbrüder, die glauben, auf diesem Gebiete etwas zu leisten, die den nötigen Chein für die Sache haben, erst einmal unter sich zu einer derartigen Veranstaltung zusammenkommen, die Möglichkeiten, die hierfür vorhanden sind, ausprobieren, Lieder zusammenstellen, die für derartige Veranstaltungen geeignet sind und diese einüben. Selbst wenn es am Anfang nur wenige sein werden, die hier wirklich etwas Neues geben können, so werden diese Wenigen doch bald in der Lage sein, weiter zu wirken und neue Bundesbrüder heranzuziehen. Auch in früherer Zeit waren es einige, welche in die Form des Beisammenseins beson-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.