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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Formen und Methoden der K»).V=Erziehung 23 Irvin Fisher und Fritz Simon vor nicht zu langer Zeit veröffentlicht haben. All das, was dort über die prinzipiellen Vorbedingungen einer derartigen körperlichen Erziehung gesagt ist, trifft noch heute zu. Gerade hier liegen viele gemeinschaftsbildende Faktoren, welche noch in keiner Weise ausgenutzt sind, da immer noch ein gewisser Widerstand bei unseren Bundesbrüdern gegen körperliche Betätigung zu beobachten ist. Und doch sollte unsere Erziehung an dieser Aufgabe nicht vorübergehen. Körperliche Ertüchtigung und Erziehung zur Mannhaftigkeit waren von jeher eine Aufgabe unseres Kartells. Auch das von uns heute mit Recht abgelehnte Fechten diente diesem Zweck und hatte sicher Erfolge zu verzeichnen. Gemeinsamer Kampfgeist, Mut und Entschlossenheit konnten zweifellos durch das Fechten geweckt werden, und es war nichts Seltenes, daß ein Fuchs, welcher als verwöhnter, verweichlichter Mensch in die Verbindung gekommen war, schließlich mit durch diese Erziehung zu einem anderen Menschen wurde. Frohe, frische, elastische Menschen wollen wir schaffen, die jene unjugendliche Schwerfälligkeit und das Spießertum der jüdischen Bourgeoisie überwunden haben. Und das können wir durchaus. Mittel dazu sind vorhanden, äußerlich und innerlich. Wir sind in der Lage, an die Stelle des Fechtens andere Sportarten zu setzen, welche als offizielle Veranstaltungen unserer Verbindungen von jedem Bundesbruder, sofern natürlich keine gesundheitlichen Bedenken dagegen vorliegen, verlangt werden müssen. In erster Linie denke ich hier an Schwimmen. Ein Sport, welcher gemeinschaftsbildend wirkt, und auch die anderen erwähnten Eigenschaften erzeugen kann. Als zweites würde ich Jiu Jitsu vorschlagen, eine Form der körperlichen Betätigung, die auch in praktischer Hinsicht für uns wesentlich sein könnte. Wenn man auch heute diese sportlichen Veranstaltungen nicht täglich stattfinden lassen kann, so sollten doch ein bis zweimal wöchentlich diese Veranstaltungen stattfinden. Genau so wie man früher zum Fechten die Morgenstunden benutzte, sollte man auch dieses heute tun. Beides sind übrigens Sporlformen, welche man sowohl im Winter als auch im Sommer treiben kann. Als eine zweite der wesentlichen Veranstaltungen im Freien muß die Wanderung nun endlich unbedingt in das Programm der Verbindung aufgenommen werden. Wenn es vielleicht älteren Menschen nicht möglich ist, in Form des Zuges zu wandern, so könnten dennoch diese Wanderungen derart bei uns durchgeführt werden, daß bestimmte Gruppen sich bilden, welche an einem bestimmten Ort zur bestimmten Zeit sich wieder zusammenfinden müssen. Auch die Form dieser Wanderungen muß geändert werden und sich den Bedingungen des Wanderns anpassen. Es müßte bei uns erreicht werden, daß mehrmals im Monat die Verbindungen schon Sonnabend nachmittag auf Fahrt gehen und dann auch eventuell selbst ihre Zelte aufzuschlagen verstehen. Zelt-

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