Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Formen und Methoden der KJAl=Erziehung 21 Selbstverständlichkeit sein, daß er sich den Dingen, die zur Erörterung stehen, stellt und offen seine Stellung bekennt. Damit wird der B.C. zu einem hervorragenden Instrument des Gemeinschaftslebens und kann den älteren Bundesbrüdern einen zionistischen Geist vermitteln, der sich im Zusammenleben mit den Füchsen erneut offenbaren wird und somit den Füchsen den Eindruck übermittelt, daß hier ein Kreis wirklich beseelter Menschen wirkt und einen Bund bildet, dem anzugehören ihnen ein ersehntes Ziel bildet. Ein derartig zusammengesetzter B.C. wird aber auch für die Leitung der Verbindung in ganz anderem Maße, als dies bisher der Fall ist, eine wesentliche Unterstützung sein. Andererseits wird er allerdings von dieser Leitung mehr verlangen, als heute vielfach verlangt wird. Es scheint mir, daß diese Leitung, der C.C., vieles von seiner ursprünglichen Bedeutung in unserem Verbindungsleben verloren hat. An die Stelle des leitenden Organs» welches der Verbindung ihr Gepräge gibt und unter verantwortlicher Führung des Erstchargierten den geistigen Charakter der Verbindung bestimmt, sehen wir heute oft eine nur organisatorische Leitung, welche die Geschäftsführung der Verbindung mit mehr oder weniger Geschick verwaltet. Ich weiß, daß hierbei in der Hauptsache der Mangel an zur Führung geeigneten Menschen Schuld trägt. So sind die Postulate, die ich hier aufstelle, vielleicht Idealformen. Nur nach solchen sollten wir aber bemüht sein, unser Leben zu gestalten, um die jüngeren Bundesbrüder dahin zu erziehen, daß sie später in der Lage sind, derartig die Verbindung zu führen. Der erste Chargierte soll, wie gesagt,, der Verbindung ihr geistiges Gepräge geben und soll sie leiten. Er muß fähig sein, auf die Bundesbrüder zionistisch und geistig zu wirken, und muß durch sein Beispiel dazu in der Lage sein, als der oberste Beamte der Verbindung diese in jeder Weise würdig repräsentieren zu können. Zur Seite muß ihm der Fuchsmajor stehen, dessen Aufgaben ich vorhin skizziert habe. Ferner muß unbedingt der Leitung der Verbindung der für die Werbearbeit verantwortliche Bundesbruder angehören. Auch dieser darf sein Amt nicht nur rein organisatorisch auffassen, sondern muß dazu in der Lage sein, unseren werbenden Bundesbrüdern die Gesichtspunkte zu vermitteln, unter denen die Werbearbeit gemacht werden muß. Er muß unsere jüngeren Bundesbrüder, welche zum erstenmal ihre Keilarbeit beginnen, Hinweise geben können, wie diese Arbeit geschehen soll, muß mit den Problemen vertraut sein, mit welchen heute die jüdische Jugend sich beschäftigt und dazu über eine genau Kenntnis der vielfachen Anforderungen unserer Werbearbeit verfügen. Diese drei genannten Ämter müssen unbedingt in der Leitung vertreten sein. Es geht nicht an, daß man, wie vielfach üblich, in einen CG. drei Bundesbrüder wählt, die im Grunde nur für organisatorische Arbeit Sorge zu tragen brauchen, aber die wichtigsten