Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Formen und Methoden der K.)>V>=Erziehurtg Erfolg haben, wenn es ihnen dabei gelingt, das Gefühl zu erwecken, daß unsere K.J.V.-Disziplin letzten Endes ihren Adel erhält durch die Freiwilligkeit und die willensmäßige Entscheidung des Einzelnen bei der Übernahme der ihm durch seinen Eintritt gewordenen Verpflichtungen. Verantwortungsgefühl wird dann durch diese Disziplin geweckt und bildet zusammen mit der Bundesbrüderlichkeit die Grundlage des K.J.V.ertums als wirkendem Diener der zionistischen Idee. IL Der Erziehung solcher Menschen sind unsere Formen gewidmet. Derartige Menschen müssen aber auch die Bundesbrüder sein, die als Vorbilder dienen und beispielgebend wirken sollen. Sie allein sollten den Verbindungen ihr geistiges Gepräge Verleihen, sie allein bestimmend sein in dem Gremium, welches die wesentlichste Form des Verbindungslebens bildet, dem Konvent. Der Burschenkonvent sollte möglichst nur von Menschen der oben geschilderten Art besetzt sein. Er trägt die Verantwortung für das Geschick der Verbindung und des Kartells und muß sich dieser Verantwortung in jeder einzigen Entscheidung bewußt werden. Daher sollte bei der Burschung genaue Prüfung des zu rezipierenden Fuchsen stattfinden. Allein die Ablegung des Burschenexamens genügt nicht, um ihn in den Kreis der das Geschick des Kartells bestimmenden Bundesbrüder aufzunehmen. Erst wenn der B.C. wirklich das Forum wird, vor dem jeder Bundesbruder sich verantworten kann, und dem er Rechenschaft schuldig ist für sein Verhalten, erst dann werden wir einen Kreis von Menschen geschaffen haben, der zionistisch eine heute nirgends vorhandene Stoßkraft besitzt. In jenen Zeiten der alten Maccabaea, in denen eine derartige zionistische Kritik des einzelnen Bundesbruders möglich war, in der man auch über nichtzionistische, rein menschliche Handlungen des Einzelnen in bundesbrüderlicher Weise zu urteilen wagte, und jeder Bundesbruder freiwillig und freudig den Spruch des B.C. auf sich nahm, diese Zeit, sie war auch die Epoche im Kartell, wo das engste menschliche Zusammengehörigkeitsgefühl bestanden hat und eine wirkliche Gemeinschaft geeinter Menschen vorhanden war. Es liegt auf der Hand, daß, um diesen B.C. zu erzielen, Dinge, wie sie heute vorhanden sind, geändert werden müssen, und daß die Zeit der Fuchsenschaft eine Verlängerung erfordert. Ein äußeres Erfordernis zur Burschung müßte m. E. eine dreisemestrige Fuchsenzeit im Kartell sein, wobei zwei Semester in ein und derselben Verbindung verlebt sein müssen. Ein derartig zusammengesetzter B.C. muß natürlich eine andere Aufgabe erfüllen als der heutige. Auf* ihm sind die wirklichen Diskussionen zu führen, er hat die einschneidenden Entscheidungen in allen Fragen des Verbindungslebens zu treffen. Es muß für jeden Bundesbruder, der auf dem B.C. sitzt, eine