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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Formen und Methoden der K4-V.=Erziehung 19 Falls aber Fachsmajor und Leibbursch derart sich ihrer Aufgaben bewußt sind, so brauchen wir nicht zu fürchten, daß der junge Bundesbruder eine Leere im Verbindungsleben empfinden wird. Vielleicht zum erstenmal wird er hier Menschen treffen, die für ihn bereit sind, er wird durch sie in den Kreis einer Gemeinschaft eingeführt, die von demselben Gefühl beherrscht sein sollte wie sie, die sie so am unmittelbarsten beeindrucken. Damit komme ich auf das spezifische unseres Bundes zu sprechen: die Bundesbrüderlichkeit, und möchte statt langer Ausführungen jene bei uns schon öfter zitierten Sätze Felix Rosenblüths wiederholen: „Wenn das Wort Bundesbrüderlichkeit nicht zur Phrase werden soll,, muß man bedenken, daß der Ton auf dem ersten Wortbestandteil liegt. Sie ist das Bewußtsein, der Verbundenheit durch den Bund d. h. für uns: durch die Gemeinsamkeit der Idee. Sie ist unabhängig vom Werden und Vergehen jugendlicher Freundschaften, für deren Entstehen oder Nichtentstehen der im wesentlichen irrationale Einfluß körperlicher oder geistiger Eindrücke entscheidend ist. Bundesbrüderlich keit ist ein selbständiges Gemeinsamkeitsgefühl von eigenem Gehalt und besonderer Wärme, das ebenso Bekannte wie Unbekannte bindet. Zur Freundschaft hinzutretend, verleiht sie ihr spezifische Eigenart. . . . Wir sind nicht bloß durch die Idee des Zionismus verbunden, sondern durch das gegenseitige Gelübde der Treue, das ausgesprochen oder unausgesprochen unserem korporativen Leben seinen Sinn verleiht. Nicht Gesinnungsgenossen sind wir, sondern gewissermaßen Eidgenossen. Der Zusammenhang zwischen dem Geist des Bundes und der Bundesbrüderlichkeit ist entscheidend. Gegen den Geist der Bundesbrüderlichkeit fehlt, wer die Bundestreue verletzt." Diese Bundesbrüderlichkeit müssen unsere jüngeren Bundesbrüder bei uns erleben und von ihr erfüllt werden. Sie sollen es verstehen, daß Bundesbrüderlichkeit bei uns nicht auf Sentiments beruht, welche allein später in der Erinnerung einiger g^ meinsam verlebter, schöner Semester weiterleben. Voraussetzung dafür, diese Bundesbrüderlichkeit zu erleben, bildet unser Bewußtsein, unerschütterlich den als richtig erkannten Weg weiter zugehen mit dem festen Willen, allen Hemmnissen trotzend, sich durchzusetzen. Wer diese Bundesbrüderlichkeit begreift, wird sich auch leicht der Disziplin, welche unbedingt gerade in unserem Bunde herrschen muß, unterordnen können. Disziplin heißt, wie es Holdheim einmal definierte: „Respekt vor unserer eigenen Gemeinschaft. Nur eine auf dieser Grundlage aufbauende Gemeinschaft hat zionistische Existenzberechtigung und zionistische Stoßkraft. Nur in diesem Sinne erzogene Menschen können brauchbare Bürger Palästinas werden." Diese unsere Disziplin hat nichts mit mechanischer Ünterordnung und starrem Zwang zu tun, wenn auch eines Zwanges mitunter nicht entraten werden kann. Dem Takt der leitenden Bundesbrüder wird es überlassen bleiben, wie und wo sie ihn auswirken lassen. Sie werden dann

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