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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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18 Formen und Methoden der K.t»V.=Erziehung freudige Erfüllung all dessen, was später an ihn als Pflichten herantritt, wird in dieser Tendenzfuchsenstunde gelegt. Nicht nur auf den StofT als solchen kommt es an, als vielmehr mit Hilfe dieses Stoffes tiefer auf die Bundesbrüder zu wirken. Schon ein fühlbares Sichbemühen wird dankbar empfunden werden als ein Versuch, auf die speziellen Wünsche und Sorgen, Zweifel und Fragen näher einzugehen. Wenn so die Fuchsenzeit die Zeit der Vorbereitung darstellt, in der der allgemeine Stoff des Wissens vermittelt werden kann und soll, beginnt mit der Burschung die Zeit der K.J.V.er- Reife und damit die Ausbildung in spezieller Art, die Vertiefung und Durchdringung. Es wird hier die Möglichkeit sich bieten, daß in Seminaren und Kursen die einzelnen Bundesbrüder sich intensiver mit dem befassen, womit sie durch spezielles Interesse und Können der Allgemeinheit des Zionismus später auch nutzbar sein können. Diese wenigen Worte über den Unterricht mögen genügen. Es sollte gezeigt werden, wo die Grenzen des Unterrichts bei uns liegen, andererseits wollte ich aber auch darauf hinweisen, daß ein richtig erteilter Unterricht gerade durch die Möglichkeit, gemeinschaftsbildend zu wirken, den Wissensstoff in besonders eindringlicher und beseelender Form vermitteln kann. In erster Linie muß dieses der für die Fuchsenerziehung verantwortliche Bundesbruder, der Fuchsmajor, beachten. Er soll nicht der Lehrmeister der Füchse sein, der kraft seines Amtes Autorität beansprucht, sondern der ältere Freund, der ihnen mit seinem Rate stets zur Verfügung steht. Ohne Zwrang wird er dann die Erziehung der ihm anvertrauten Füchse lenken können und auf die Entwicklung jedes Einzelnen speziellen Einfluß nehmen, stets bereit, helfend und mahnend, um das Vertrauen seiner Füchse zu ringen und zu werben. Außer durch ihn wird der wesentlichste Teil der individuellen Heranbildung von dem betreffenden Leibburschen geleistet werden, von dem das oben Gesagte noch in höherem Maße gilt. Eine Verbindung kann nie gut sein, wenn die Fragen der Leibverhältnisse nicht befriedigend gelöst sind. Durch den Leibburschen soll der neue Bundesbruder in unsere Reihen eingeführt werden, in ihm den Berater bei allen Zweifeln und Krisen, die gerade in jener Zeit des Eintrittes in das K.J.V. vielfach bestehen, finden. Daher wird jedes Leibverhältnis nur dann gut und fruchtbar sein, wenn in ihm Freundschaft lebt, die es allein erlaubt, in dieser Institution mehr zu sehen als eine formale Beziehung zweier Bundesbrüder. Ebenso unzweifelhaft ist es aber, daß ein Leibverhältnis nur dann seinen Wert haben kann, wenn die sachlichen Qualitäten des Leibburschen so sind, daß auch der sachliche Zweck erreicht werden kann. Daher müssen die Konvente bei der Genehmigung von Leibverhältnissen mit der größten Vorsicht und Sorgfalt vorgenommen werden.

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