Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Formen und Methoden der Kj.V=Erziehung 17 Masaryk: Das neue Europa. — Die Geschichte der Weltrevolution. Roden: Deutscher und französischer Konservatismus (Dioskuren Bd. 3). Der Morgen: Heft 5. Nölting: Das Problem der Volksgemeinschaft und die Eingliederung des Judentums. Formen und Methoden der KJ*V*= Erziehung. Von PaulHirsch, Berlin. Nachfolgende Ausführungen sind eine verkürzte Wiedergabe des auf der Wintertagung in Berlin gehaltenen Referates und geben allein die persönliche Ansicht des Referenten wieder. I. Sinn unseres K.J.V. bedingt es, daß der Rahmen, in dem sich sein Leben abspielt, einem ganz bestimmten Zweck dient: der zionistischen Erziehung unserer Bundesbrüder. Diesem Ziel sind viele Mittel gewidmet, von denen eines der Unterricht im Kartell ist. Über ihn, der ja von jeher eine große Rolle bei uns spielte und über den wir oft und ausführlich sprechen, kann ich mich kurz fassen. Er steht nicht im Gegensatz zur Erziehung, sondern ist eines ihrer Mittel und nimmt unter diesen, wenn er richtig ausgeführt ist, mit Recht eine hervorragende Stellung ein. Nur muß man wissen, daß die Methode des Unterrichts es leicht mit sich bringen kann, daß er anstatt den Geist und die Seele der jungen Menschen durch die vorgetragene Materie zu erfüllen, das Gegenteil erreichen kann. Wir müssen uns dieser Gefahr bewußt sein und sie auf jede Weise bei dem lehrmäßigen unserer Erziehung zu vermeiden suchen. Hat doch unser Unterricht in ganz anderem Maße als sonst neben seiner Aufgabe zu bilden das Ziel, Menschen auch seelisch für eine idealistische Bewegung bereit zu machen. Es gilt jungen, aufnahmefähigen Menschen einen neuen Weg ihres Lebens zu zeigen, einen Weg, den sie konsequent dann gehen müssen, der diametral dem entgegengesetzt verläuft, was ihnen bisher, auch meist, wenn sie als Zionisten zu uns kommen, als ihr Lebensziel vorgeschwebt hat. Daher darf unser Unterricht nie als eine Schule, ein wissenschaftliches Seminar, nie ein mehr oder weniger guter Hochschulbetrieb sein. Besonders gilt dieses bei der Tendenzfuchsenstunde als einem entscheidenden erzieherischen und gemeinschaftsbildenden Faktor unseres Lebens. Sie soll den jungen Bundesbruder, der zu uns gekommen ist, bereit machen, daß die neuen Ideen, die auf ihn einstürmen, bei ihm zum Erlebnis werden. Der Grund für eine