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Der jüdische Student · 1926-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1926) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
23 (1926)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1926)
Date
1926-02-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Stoff und Methode unseres Unterrichts 13 Füchse leiten lassen und muß an ihre Probleme jederzeit anknüpfen können. In das erste Semester gehört meiner Ansicht nach nichts Historisches und so wenig wie möglich Tatsächliches. Wir leiden an einer Überlastung des Historischen. Ich fürchte, weil es für unsere Erzieher das Leichteste ist; es zwingt nicht so sehr zur Auseinandersetzung und persönlichen Stellungnahme. Wenn man die These akzeptiert, daß man von den Problemen der Füchse auszugehen hat, die noch nicht Zionisten sind, so wird man zu folgenden Stoffgebieten kommen: 1. Semester: Individualismus, Individuum und Gemeinschaft, Kultur und Nation, Volk, Staat und Nation, Nationalismus, Internationalismus, Kosmopolitismus, Pazifismus, Völkerbund, Pan-Europa, Sozialismus, Bolschewismus. Auf Grund dieser allgemeinen Vorstellung wird man die Stellung des europäischen Juden zu erörtern haben. Ausgehend von der Emanzipation, ihren Voraussetzungen und Folgen: Entnationalisierung, Assimilation, Reform, Antisemitismus, wird man eine Soziologie des deutschen Judentums zu geben versuchen. Ist jetzt das Verständnis für die Sonderexistenz des westeuropäischen Juden innerhalb der europäischen Welt hergestellt, so wird das Verständnis reif für die internationalen Bindungen des Judentums. Man wird die beiden Verbundenheitsreihen aufzuzeigen haben: Die vertikale durch die Geschlechter (Buber: Drei Reden) und horizontale, die schicksalmäßige Verbundenheit der Juden der ganzen Welt. Man wird jetzt die Lage der Juden der ganzen Welt darzustellen haben, die soziale, politische und kulturelle. 2. Semester: Dieser Analyse der geistigen, sozialen und politischen Lage der Juden wird man als Lösung Zionismus entgegenzusetzen haben. Bei der Darstellung der zionistischen Ideologie muß man davon ausgehen, daß es eine einheitliche zionistische Ideologie nicht gibt. Es gibt eine gemeinsame Grunderkenntnis von der Unmöglichkeit der Galuth und von der Notwendigkeit Palästinas, die den Zionismus so stark aus der übrigen jüdischen Welt heraushebt, daß er immer als eine einheitliche Bewegung erscheinen wird. Die Begründungen für Zionismus sind im einzelnen verschieden. Alle Lebensströme des jüdischen Volkes treffen wir zusammen, und jeder begründet Zionismus aus seiner Perspektive. Entscheidend ist, daß jeder die Lösung für sein Problem nur in Palästina sieht. Von dieser Grunderkenntnis heben sich eine Reihe von Begründungen ab. Allen gemeinsam ist die Vorstellung von der Normalisierung jüdischen Lebens,, nur daß sich die Einzelnen von der Normalisierung etwas anderes versprechen. Bei der Darstellung der verschiedenen zionistischen Ideologien wird man am besten von den verschiedenen Anschauungen vom Wesen des jüdischen Nationalismus auszugehen haben. (Siehe den Aufsatz von Hans Kohn: Zionistische

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