Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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-Stoff und Methode unseres Unterrichts 11 Wir kommen zu dem Zionismus auf dem Wege der Analyse der jüdischen Situation. Die Richtigkeit und die Tiefe der Analyse ist eine Frage des Bildimgsniveaus, und somit wird Bildung und Erkenntnis ein Element zionistischer Erziehung. Auch das persönliche Schicksal des Zionisten, die Möglichkeit einer innerpolitischen Entscheidung und auch die Eingliederungsmöglichkeiten in das Leben Palästinas sind in außerordentlichem Maße Fragen der Kenntnis von Tatsachen und Zusammenhängen. Und schließlich ist der Zusammenhang zwischen Bildung und Werbemöglichkeiten gerade für den K.J.V.er immer wieder betont worden. Unsere Werbearbeit ist im wesentlichen ein Bildungsproblem. Demgegenüber steht eine Regellosigkeit und Zufälligkeit der Ausbildung unserer Menschen, die heute kaum noch zu verantworten ist. Immer dringender wird die Forderung nach einer zentralen Regelung des Unterrichts. Es ist nicht mehr möglich, unsere Erzieher sich selbst zu überlassen. Daß es heute eine Ordnung des Stoffes und eine Systematisierung des Unterrichts nicht gibt, ist kein Zufall. Kein Einzelner vermag die Gebiete zionistischen Wissens heute zu übersehen. Und so wird man auch von diesem Referat nicht die Aufstellung eines durchgeführten Bildungsprogramms erwarten. Es ist nur der Versuch eines A n - f a n g s. Diese Anregungen, die ich hier gebe, werden einer Bildungskommission als Material dienen, die dann ihrerseits für alle Gebiete die Ordnung des Stoffes durchzuführen hat. Die letzte Systematik des Unterrichts, die dem K.J.V. vorgelegt wurde, stammt aus dem Jahre 1921 von Bbr. K a t z. Dieses Schema von Katz möchte ich zum Ausgangspunkt meiner Ausführungen nehmen. Abgesehen davon, daß dieses Programm schon vier Jahre zurückliegt und somit einer Ergänzung dringend bedarf, kann ich mich auch mit dem Schema, das dort aufgestellt ist, nicht ganz identisch erklären. Zunächst einmal erstreckt sich dieser Plan nur auf die Fuchsenausbildung, während heute die Frage der Burschenausbildung von ebenso großer, wenn nicht noch größerer Bedeutung für uns geworden ist. Zweitens sind hier für die Fuchsenausbildung nur zwei Semester vorgesehen. In diese kurze Spanne Zeit ist ein Stoff hineingepreßt, der bei bestem Willen nicht zu bewältigen ist. Es kommt drittens noch hinzu, daß die Abgrenzung der einzelnen Themen nicht ohne weiteres klar ist. Ich werde versuchen, hier nicht nur gewisse Grundsätze für die Fuchsenausbildung aufzustellen, sondern werde auch die Frage der Burschenausbildung berühren. Während die Fuchsenausbildung die allgemeine Uebersicht und erste Orientierung zu geben und hier der Schwerpunkt auf dem Ge biete der Erziehung zu liegen hat, muß die Burschenausbildung sich bemühen, wirklich gediegenes Wissen zu vermitteln und zwar durch Hinweisung der Bundesbrüder zu Spezialgebieten.