Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 23 (1926)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1926)
- Date
- 1926-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Bericht Ober die Wintertagung Zwecke des Werbens. Die Nichtaufnahme Jabotinskys bedeute für ihn, daß alle Bundesbrüder, die nicht der Meinung der politischen Mehrheit des Kartells sind, hinausgehen müßten. Den Standpunkt des Präsidiums vertritt dann nochmals Bbr. H u r w i t z. Der farblose Begriff des Staatsbürgertums genüge nicht mehr, um unsere Menschen zu erziehen. Man solle nicht sagen, daß die Aufnahme Jabotinskys eine Belastungsprobe unserer Neutralität darstelle. Die „Hasmonaea" könnten wir aufnehmen, weil sie die wesentlichsten Dinge unserer K.J.V.-Erziehung begriffen habe, und weil jüngere Menschen entwicklungsfähig sind. Von einem politisch so festgelegten Mann wie Jabotinsky können wir das nicht erwarten. Julius Löwenstein, Heidelberg, verlangte gegenüber der Betonung der Politik und der Ideologie eine wirkliche innere Erziehung. Dann äußerte sich Bbr. Blumenfeld zu der Frage der Aufnahme der „Hasmonaea" Riga. Das K.J.V. war niemals eine ganz einheitliche Gruppe, hatte aber immer eine bestimmte Färbung. Er selbst habe jahrelang eine bestimmte Vorstellung von zionistischer Erziehung vertreten und durchgesetzt. Es war ein ständiger Grundsatz des K.J.V., daß jemand, der menschlich nicht zu uns gehört, einstimmig abgelehnt wurde. Man nahm nie einen auf, wenn ein einziger Bundesbruder dagegen w7ar. Bei der Aufnahme einer Gruppe junger Menschen ist das etwas anderes. Die spezielle Aufgabe des K.J.V. sei die Erziehung westjüdischer Menschen zum Zionismus. Erwachsenen Menschen kann der Eintritt in das K.J.V. nicht gestattet werden. Wolle man dieses, so müsse man sich zu einer politischen Partei zusammenschließen. Er würde auch dann gegen die Aufnahme Jabotinskys stimmen, wenn er mit seinem Programm übereinstimmen würde, denn er lehne eine Aufnahme von Alten Herren prinzipiell ab. Zur Frage der Politisierung sprach ausführlicher Bbr. Kreutzberge r. Wenn er die Ansichten des Präsidiums richtig verstünde, so solle man heute sagen können, welches die politische Gesamtansicht des Kartells sei. Jeder würde mit dieser Mehrheitsansicht gestempelt sein. Riga sei der Prüfstein, ob das Kartell diese Richtung befolgen will. Wenn man auf einem Standpunkt der Toleranz stehe, müsse man Jabotinsky auch aufnehmen. Vom Standpunkt Blumenfelds aus, der Menschen und nicht Politiker erziehen wolle, könne man Riga überhaupt nicht aufnehmen. Er sei für politische Erziehung, aber gegen Aufgabe der Neutralität. Bbr. Arinstein kritisiert die Haltung der ,,Hasmonaea" im allgemeinen. Er glaubt, daß man in ihr, die der revisionistischen Propaganda so einfach unterlegen sei, keine sehr wertvolle Gruppe zu sehen habe. Er beschäftigt sich dann mit der Person