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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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Mordechai Kahn 37 ständig durchzitterter Organismus (das Altherrnschaftskartell) entstehen, und in straffer Gliederung jeden einzelnen erfassen. Dies ist möglich und durchführbar, es ist aber nur möglich unter Berücksichtigung des psychologischen Momentes, daß eine Erziehung nicht vom Ziele ausgehen kann, sondern nur vom Objekt. Ich würde erschrecken, wenn mein Brief nur auf Ablehnung stößt. Ich würde bedauern, wenn er gar keinen Widerspruch auslösen würde. Was ich erzielen will und für möglich erhoffe, ist folgendes: in jedem Bezirk eine gut besuchte Versammlung und ein Referat des Bundesbruders, dem die Verantwortung für die Bezirksarbeit obliegt. Und dann eine Stellungnahme, enthaltend einen Bericht über die Versammlung, etwaige Beschlüsse und Entscheidung der Einzelnen. Mein Brief bedeutet einen Versuch, die Atmosphäre zu klären. Ein Ergebnis und ein Arbeitsprogramm läßt sich erst aufstellen, wenn es klar wird, wohin die Reise gehen soll. Erst dann ^yird es möglich sein, und zwar mit größter Beschleunigung, eine Altherrentagung einzuberufen, die ein Programm der Mindestforderungen an Auslese berät und Anträge formuliert die einen bestimmten organisatorischen Einfluß der Alt-Herrenschaft schon bei dem nächsten Kartelltag des KJ.V. sichern. Der Fortgang der Arbeit hängt davon ab, daß Ihr schnell handelt, und daß es gelingt, dem provisorischen Alt-Herren- Präsidium einen genügenden Rückhalt an tätigen Mitarbeitern zu verschaffen. i^ordechai Kahn Ein Nachruf von Julius Michels, Berlin. Vor wenigen Wochen starb in Neuenahr, wo er Heilung seines Zuckerleidens suchte, Mordechai Kahn. Nur die wenigen Bundesbrüder, in deren Kreis er die wenigen Jahre seiner Zugehörigkeit zum Kartell gelebt hat, werden ihn näher gekannt haben. Alle diese wenigen hat die Nachricht seines plötzlichen Todes in tiefe Bestürzung und Trauer versetzt, denn kaum einer von ihnen hat geahnt, daß dieser junge, körperlich außerordentlich kräftige und frische Mensch den Keim des frühen Todes in sich trug. Er gehörte der kleinen Gruppe von Hasmonaern an, die noch trotz der Auflösung der „Hasmonaea" versuchten, einen neuen Kreis zu bilden, um aktiv im Kartell arbeiten zu können. Ein tragischer Zufall hat gewollt, daß er, dessen persönliche Bindungen fast nur im Kartell lagen, als scheinbar Genesender sich einer Wandergruppe von Bundesbrüdern anschloß, um auf dieser Fahrt einen Rückschlag zu erleiden, dem er erliegen sollte.

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