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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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36 An Stelle eines Rundschreibens ganisation der (unfreiwillig) Seßhaften geschaffen werden muß, die zionistisch nicht verloren sein wollen. Nur unter diesem Gesichtspunkt, nicht aber aus dem Bedürfnis nach abstrakten Postulaten wird diese Organisation an dem Prinzip des Maasser eisern festhalten, wird diese Organisation die Förderung hebräischer Kultur und Sprache betreiben, wird sie ein Programm der Tatsachen vertreten, gegenübergestellt einem Programm der Wünsche. Es wird Aufgabe dieses neuen, ziemlich autonom gedachten Alt-Herrenbundes sein, unter anderem die Stellung des deutschen Zionismus zum Staat nach neuen Gesichtspunkten durchzudenken. Es wird seine Aufgabe sein, die Frage der Mitarbeit an jüdisch „neutralen" Organisationen noch einmal durchzuprüfen. Viele andere Aufgaben sind da. Ein Alt-Herrenpräsidium in Berlin, regionale Unterabteilungen im ganzen Reich, nach besonderen Gesichtspunkten, noch untergeteilt in Zentren wie Berlin, Breslau, Hamburg usw. mit verantwortlichen, Impulse gebenden Führern, mit Kassen- und Stellenvermittlungen, mit gesellschaftlichen Veranstaltungen, mit Familienverkehr und großen Tagungen, mit Diskussionsabenden und Arbeitseinteilung, ein Verband, der sich ganz spezielle Palästinaaufgaben setzen wird (Projekt Steinitz, Organisation von Palästinareisen, Boardinghouse in Haifa). Es ist unmöglich, fortzuwursteln wie bisher. Das Schicksal des K.J.V. vollzieht sich zwischen zwei Polen. Entweder eine Sekte von Nasiräern, ein auserlesenes Gremium, dessen Erfolg und Stoßkraft in seiner engen Geschlossenheit wurzeln — ein Ziel, dessen Begründung und Wertigkeit ich anerkenne — oder aber die Gemeinschaft aller derer, die der zionistische Gedanke erfaßt hat, und die nur eifrig bemüht sind, menschlich Minderwertiges aus ihren Reihen fernzuhalten. Das erste wäre verbunden mit der Notwendigkeit, durch die Höhe festgelegter Forderungen die bloßen Mitläufer zu entfernen und nur etwa 20 Prozent des Bestandes zu erhalten; das zweite würde erfordern, alle nur erreichbaren Kräfte der Zwischenschicht organisatorisch in den Verband einzufügen "(sofortiger Eintritt von B.Z.K. und Hatikwah in das K.J.V., Werbetätigkeit unter den ausgeschiedenen K.J.V.ern) und das K.J.V. wieder zur Sammelstätte aller zionistischen Akademiker in Deutschland zu machen. — Ich brauche nicht zu betonen, daß die zweite Forderung die meinige ist. Ich will sie nicht begründen und nur — unter Bundesbrüdern — die Versicherung abgeben, daß auch sie aus tiefster zionistischer Verantwortlichkeit sich ableiten läßt. Meiner Ansicht nach sollen Prinzipien, Bestand und Tätigkeit des Jugendkartells unbeeinflußt bleiben durch die Altherrnschaft, soweit diese als Organisation in Betracht kommt. Es soll dennoch ein von hunderten von Aufgaben und Entscheidungen

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