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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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An Stelle eines Rundschreibens 3a „An Stelle eines Rundschreibens" Von RudolfPick- Berlin, Rosenkranzbund. Lieber Bundesbruder! Du wirst mindestens vom Hörensagen erfahren haben, daß durch Gründung einer umfassenden Alt-Herren-Organisation des K.J.V. von neuem der Versuch gemacht werden soll, eine Umformung der Alt-Herrenschaft herbeizuführen. Du wirst gewiß, wie die meisten Empfänger des Rundschreibens, diesem Versuch gegenüber eine durchaus skeptische Haltung einnehmen und Dich nur wundern, daß immer wieder Leute da sind, die sich über alle Naturgesetze hinweg mit dem Problem der Belebung von Toten befassen. Vergegenwärtige Dir dazu, daß alle in Verstand und Gefühl wurzelnden Beweggründe dieser Skepsis den neuen Akteuren wohl bekannt sind. Wir alle kennen die etwas lahm gewordene Situation des Zionismus; uns allen sind die Entwicklungsmöglichkeiten bekannt, die eine überreale Idee im Laufe eines Einzellebens ihrer absoluten Qualität nach und in ihrem Größenverhältnis zu den anderen Lebenslinien durchmacht. Wir wissen, wie sehr die allgemeine Politik, wie der Wirtschaftskampf des Einzelnen, wie die Existenzsorgen für Familie und Verwandte alles andere übertönen. Wir verstehen sogar, daß Neigung zu friedlicher Ruhe, beruflicher Ehrgeiz, Einreihung in rein neigungsmäßige oder standesnotwendige Umgangskreise das Abtreiben des Einzelnen von unserer Gemeinschafts-Idee notwendigerweise herbeiführen. Trotzdem ein neuer Versuch, der also begründet werden muß. Mein Brief ist dadurch notwendig geworden, daß ich gemeinsam mit Lelewer innerhalb des vorläufigen Alt-Herren-Präsidiums die Fühlungnahme mit den Provinzverbänden aufnehmen soll. Er erhält sein Gepräge dadurch, daß ich einige Jahre durch meinen Anschluß an den B.Z.K, außerhalb des Kartells gestanden habe und die Probleme deshalb etwas klarer sehe. Mein Brief ist mit Absicht durchaus subjektiv und als ein rein p e r s ö n 1 i c h es Schreiben aufzufassen. Ich sah bei meinem Wiedereintritt die mir nicht ganz neue Tatsache, daß der Name K.J.V. mindestens zwei ganz verschiedene Gruppen umfaßt: Ein straff gefügtes Jugendkartell mit palästinozentrischer Einstellung, das von einer Reihe tüchtiger Menschen geführt wird und eine beachtliche Höhe an Können und Wissen aufweist; an seiner Peripherie und im gleichen Tempo lebend eine Reihe von Alten Herren, die teils durch ihre leitende Mitarbeit in der Z.V.f.D., teils durch ihre unversiegbare Lebendigkeit den Anschluß zu den nachdrängenden Generationen nicht verloren haben-

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