Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 22 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Februar 1925)
- Date
- 1925-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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__An_die_Alten Herren des K. J$ V.___29 Israel darstellen werden, anstatt, wie es andere deutsche Ingenieure und Organisatoren im Solei Boneh, Maschbir und im Dienste der 30 industriellen, der 120 Bau- und über 150 landwirtschaftlichen Korporativen der Histadruth tun, gerade dann, wenn man wirklich technisch mehr kann, seine Dienste bereit zu stellen. Freilich, es gibt genügend Stimmen, die sogar die so stark betonte technische Ueberlegenheit, deren Gründe ja an und für sich leicht verständlich wären, nach 4 bis 5 Jahren technischer Erziehung im Lande gar nicht für so erheblich halten; in der Landwirtschaft ist sie bestimmt nicht vorhanden. Die Wirklichkeit Erez-Israels hat das Erziehungsziel des Blauweiß, das nur als auf Palästina gerichtet Sinn hat, auf die Probe gestellt. Es hat sie bis jetzt noch nicht bestanden. Und zweitens stellt der Jerusalemer Fall die Blauweißen vor die Frage, wollt Ihr Chaluzim sein oder private Unternehmer außerhalb der jüdischen Arbeiterschaft. Weder den Chaluz noch den privaten Unternehmer frißt man im Lande; nur kann man nicht beides gleichzeitig sein. Wohl aber kann man seine Unternehmungen in den Dienst der Arbeiterschaft stellen, wenn man begriffen hat, was Arbeiterschaft im Lande ist und wenn man es ernsthaft mit Chaluziuth meint Für die Chaluzim im Blauweiß muß die Zeit der Halbheiten vorbei sein, vorbei der schöne Traum des „es wird schon gehen". Die Arbeiterschaft jedenfalls will heute wissen, wes Geistes Kind der Blauweiß ist; ob sie, wie mit jedem anderen Unternehmer, sachlich, aber fremd Verträge schließt, oder aber jemanden vor sich hat, der den Aufbau des Landes anders sich denkt als mittels „Herr im Hause"-Allüren. In diesem Sinne kann man Wolff nur dankbar sein für seinen „sachlichen" Artikel. Denn er wird den Blau-Weiß zwingen, eine klare Antwort auf diese Frage zu geben. An die Alten Herren des K.J.V. Liebe Bundesbrüder! Nachdem die Arbeit in der Altherrenschaft des Kartells seit längerer Zeit bis auf einen kleinen Versuch nach dem letzten Kartelltag im Jahre 1922 verabsäumt worden ist, haben auf Veranlassung des Kartellpräsidiums die unterzeichneten Bundesbrüder die Initiative ergriffen, um bis zum nächsten Kartelltag ein vorläufiges Präsidium des Altherrenbundes des K.J.V. zu bilden und die Altherrenarbeit neu aufzunehmen. Wir fordern hiermit Euch, liebe Bundesbrüder, zur Mitarbeit auf und bitten Euch um Eure Unterstützung. Wir wollen Euch jetzt nicht ein langes Arbeitsprogramm mit allen Einzelheiten geben, um nicht von neuem schon altbekannte Dinge wieder zu sagen. Es liegt uns vielmehr daran, Euch über das schon Bestehende und Getane zu orientieren, damit auf dieser Grundlage weiter gearbeitet werden kann.