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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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26 Die Kehrseite der Kehrseite dem Gesichtspunkt, einmal Chawerim der Kooperative zu sein, freiwillig, ohne daß der „Terror" der „Histadruth" eingeschritten wäre. (Um vier, wenn nicht fünf von diesen sechs Leuten, haben sich die Blauweißen bis zuletzt bemüht und auch ihre ausgezeichnete Arbeitsleistung wiederholt anerkannt.) Erew-Jomkippur, wo die Läden um 3 Uhr geschlossen werden, legen sämtliche Arbeiter Palästinas aus dem instinktivem Gefühl, aus Notwendigkeit einzukaufen, zu essen, sich zu säubern, die Arbeiten um 1 Uhr nieder. Von der Blauweiß-Leitung kam der Befehl: wir arbeiten allein bis 5 Uhr (später beschränkte man sich auf 4 Uhr). Und als die sechs Arbeiter, eben mit jüdischem Feiertag doch anders verbunden als die Blauweißen, die Arbeit um Uhr verließen, zog man denselben Leuten, die man zu Chawerim erziehen wollte, und die deshalb ohne Bezahlung wochenlang 2 bis 3 Ueberstunden täglich machten, einen halben Lohntag ab. „Herr im Hause" oder „Chawerim", dies Problem wurde plötzlich aktuell. Ich kann Wolff leider auch nicht den Gefallen tun, die Tatsache zu übergehen, daß Versuche, die Arbeiter am Sabbath und anderen Feiertagen arbeiten zu lassen, wohl gemacht wurden, und wenn man sich hierbei auf die Notwendigkeit der „Eroberung der Arbeit" in einer christlichen Kirche beruft, was man gerade in Bezug auf diesen Fall getan hat, so beweist das wiederum nichts als die Fremdheit dieser Menschen Erez-Israel gegenüber und einen verblüffenden Mangel an nationalem Einfühlungsvermögen. All dies war, wohl bemerkt, vor einer Zeit, in der man überhaupt von „Hetze" usw. reden konnte. Hier begann die Verschärfung der Beziehungen und der Beschluß, 8 Stunden zu arbeiten. Auf den Begriff der „Hetze" will ich hier nicht näher eingehen, nur soviel bemerken, daß sich die Arbeiter als Angehörige der Histadruth eben verpflichtet fühlten, ihrer gewählten Leitung von den Vorgängen, die sich abgespielt hatten, Mitteilung zu machen. „Ob in einer einer Form, die in keiner Weise den Tatsachen" entsprach, ist eine andere Frage. Meiner Meinung nach und der Meinung vieler anderer nach hat man wahrheitsgemäß berichtet, was sich zutrug (in den Verhandlungen konnten die Blauweißen keinen konkreten Fall dieser Art nachweisen, die Behandlung der Arbeiter wurde zwar für rauh, „ohne Seelenschmus", aber nicht für unangemessen erklärt). Allerdings wurde auch von den Arbeitern über die Behandlung geklagt. Mir scheint, daß die „rauhe" Behandlung, die die Blauweißen zugeben, wieder ihre Quelle weniger in schlechtem Willen als in der Instinktlosigkeit hat, zu sehen, daß der jüdische Arbeiter leichter behandelt werden kann, wenn man den Kasernenhofton, der zweifellos nicht selten geherrscht hat, vermeidet. Wo haben aber die „Blau-Weißen", die Angehörigen der „Histadruth" waren, gesteckt, als es Zwistigkeiten mit „Chawerim" zu regeln galt? Wann haben sie sich denn mit Klagen an die „Histadruth" gewandt, die Sekretariate, Gewerkschaften, Gerichte

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