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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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24 Die Kehrseite der Kehrseite Die Kehrseite der Kehrseite. Von Walter Preuss, Jerusalem. Aus vielen Gründen, besonders auch um dem „Blauweiß" nicht noch mehr in den Augen der Oeffentlichkeit zu schaden, als das ohnedies der Fall war, und um eine Entwicklung vorzeitig zu beschleunigen, die einmal innerhalb des „Blauweiß" kommen muß, haben viele von uns zu den Vorgängen in den Blauweiß- Werkstätten in Jerusalem, so schwer es uns auch wurde, geschwiegen und die objektiven Tatsachen sprechen lassen. Der Artikel von Wolff, der offenbar nach dem Prinzip geschrieben ist: „Angriff ist der bessere Teil der Vorsicht", macht aber ein Schweigen unmöglich. Weniger des Artikels wegen, dem die Einseitigkeit, um mich vorsichtig auszudrücken, an die Stirn geschrieben ist, sondern um der „Blauweißen" und der „Histadruth" willen, die beide ein Recht haben, geschützt zu werden, die einen gegen die Verdrehung der Tatsachen, die andere gegen die, gelinde gesagt, nur mit völliger Ignoranz zu entschuldigende Verkennung ihres gesamten Wesens und Tuns. Für eins muß man Wolff dankbar sein: das rücksichtslose Bekenntnis zum Unternehmertum, und nicht nur zum zahmen, sondern zu dem in Europa bereits recht überalterten „Herrn im Hause"- Unternehmertum, das „unbeschränkte Verfügungsgewalt" will (man bedenke, daß alle gestrichelten Stellen Zitate sind), ist offen und ehrlich; man hätte der Blauweiß-Leitung diese Offenheit nur vor und während des Konfliktes wünschen mögen. Denn dann wäre natürlich die Stellung der Arbeiterschaft, die allerdings eine gewisse Mehrheit darstellt gegenüber den 32 Blauweißen und Dutzende derartiger Kooperativen einschließt, eine ganz andere gewesen, als gegenüber einer Gruppe von Menschen, die bei allen Konferenzen verkündet, daß sie sich der „Histadruth" anschließen will, und von deren Angehörigen im Lande bis nach dem Beschluß des Arbeiterausschusses in Jerusalem alle bis auf zwei (Simon und Wolff) der „Histadruth" angehörten. Mit jemand, der reiner kapitalistischer Unternehmer sein will, „Herr im Hause", hätte man von Seiten der Arbeiterschaft jedenfalls in anderer Form verhandelt, als mit Menschen, die selbst zur „Histadruth" gehören und auf die die Arbeiterschaft während des ganzen Konfliktes als Teil ihrer selbst geblickt hat. Wenigstens hat sie von ihren eigenen Chawerim, zu denen sämtliche Jerusalemer Blau-Weißen der Kooperative gehörten, wohl mit gutem Recht verlangt, daß sie sich der eigenen Gerichtsbarkeit der Histadruth beugten, wie alle Konflikte von Angehörigen der Histadruth untereinander in der Histadruth selbst ausgetragen werden. „Privatunternehmer oder Teil der Arbeiterschaft": das ist die erste Frage an den Blauweiß. Ein Zwischending gibt es schlechterdings nicht. Und wir fragen den Blauweiß: Will er das sein, was

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