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Der jüdische Student · 1925-02-01 · Heft 1-2 (Februar 1925) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
22 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Februar 1925)
Date
1925-02-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Die Kehrseite 21 Es war uns gelungen, diese von christlichen, man kann vielleicht sogar sagen antizionistischen Arbeitgebern zu vergebende Arbeit zu erhalten und auch so der nichzionistischen palästinensischen Welt klar zu machen, daß der Aufbau des Landes durch jüdische Arbeit geschehen müßte. Es war in diesen Tagen gerade eine äußerst dringende Arbeit durchzuführen, und wir hatten auch diese Arbeit in unsere Hände bekommen. Da wir selbst zu stark überlastet waren, konnten wir diese Arbeit nur noch übernehmen, indem wir für diesen Zweck drei weitere Arbeiter zu dem verhältnismäßig hohen Tageslohn von 40 Piastern einstellten. Auf die erfolgte Kündigun^des ersten Arbeiters begab sich noch ein zweiter zu der Arbeitsstelle der Kooperative und überbrachte wiederum im vollkommenem Widerspruch zur Wahrheit die Nachricht, daß von der Arbeitervertretung gegen-uns der Streik erlassen sei, und demzufolge sie sofort die Arbeit niederzulegen hätten. Die Betreffenden leisteten dieser Aufforderung Folge und erst, als sie später erfuhren, daß an der ihnen gemachten Mitteilung kein wahres Wort sei, kehrten sie am nächsten Morgen zur Arbeitsstelle zurück und erklärten sich bereit, die Arbeit weiter fortzuführen. Da sie wußten, daß wir unter allen Umständen die Arbeit ausführen mußten, erklärten sie nun plötzlich, für die gleiche Arbeit einen Tageslohn von 50 Piastern haben zu wollen. Wir haben selbstverständlich diesem Druck nicht nachgegeben und unseren Arbeitgebern erklärt, daß wir nicht mehr in der Lage seien, die Arbeiten durchzuführen. Auf diese Erklärung hin wurde uns noch eine kurze Frist gestellt, nach deren Ablauf sofort arabische Arbeiter erschienen, die die gleiche Arbeit zum Preise von 25 Piastern täglich ausführten. Es bleibt jedem überlassen, dieses Vorgehen der Arbeiter mit der so viel gerühmten idealen Gesinnung und dem durch derartiges Handeln zur Phrase gewordenen Schlagwort der „Eroberung" der Arbeit in Einklang zu bringen. Ich übergehe die nun folgenden Verhandlungen mit der Moazat- Hapoalim, die im wesentlichen darin bestanden, daß die entlassenen Arbeiter gegen uns hetzerische und unwahre Angaben machten, und die schließlich damit endeten, daß man ein absolut unerhörtes und ungerechtes Urteil gegen uns fällte. Da wir zunächst keineswegs gewillt waren, uns dem Terror dieser Leute zu beugen, so endete nach unserer Ablehnung des Urteils die Zwistigkeit mit der Proklamierung des Streiks vonseiten der Histadruth gegen die Werkstätten. Ich will ferner die sehr unangenehmen Kapitel übergehen, die sich während der nun folgenden Stunden und Tage abspielten. Ich will nur erwähnen, daß wir vorschlugen, die Entscheidung dieser Differenz einem Konsilium zu übertragen, das unter dem Vorsitz der Hanhalah-Zionit ein für beide Teile bindendes Urteil abgeben sollte. Wir mußten allerdings zu unserem größten Leidwesen erkennen, daß die Obrigkeit der zionistischen Regierung von seiten der Arbeiterschaft abgelehnt wurde. Es wurde uns ferner bedeutet, daß die Histadruth in allen derartigen Streitfällen

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