Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 193 Wie alle Keilkneipen, so wuchs sich auch diese zu einer regulären K. J. V.-Veranstaltung aus. Am Sonntag vormittag gab Fritz Loewenstein den Bundesbrüdern ein übersichtliches, äußerst informatorisches Referat über die Gegenwartsarbeit im Zionismus, an das sich eine lebhafte Diskussion anschloß. Man konnte aus ihr ersehen, daß den zahlreich erschienenen Bundesbrüdern eine derartige Aussprache geradezu ein Bedürfnis war. Eei dem sich anschließenden gemeinsamen Mittagessen fanden sich die Gemüter wieder friedlich zusammen. Nachmittags dann noch ein sehr netter Spaziergang nach Solatsch; und wer besonders genußsüchtig war, den konnte man abends noch bei Andersch sitzen sehen, wo man einen ausgezeichneten Tropfen bekommt. Wir Posener K.J.V.-er können mithin vom Verlaufe unserer Veranstaltung durchaus befriedigt sein. Aber auch die Bundesbrüder von außerhalb — denen an dieser Stelle für ihr Erscheinen noch der besondere Dank des B. V. ausgesprochen sei — haben uns versichert, daß sie sich schon lange Zeit im bundesbrüderlichen Kreise nicht so wohl gefühlt hätten wie auf der jüngsten Posener Kneipe. — Wir bitten im übrigen alle Bundesbrüder, die sich auf der Reise von oder zur Front oder aus sonstigen Gründen längere oder kürzere Zeit in Posen aufhalten, dem Vorsitzenden des B.V. — Referendar Loewenberg, Wilhelmstr. 2a pt. — rechtzeitig davon Kenntnis zu geben. Max Loewe Posen, den 6. April 1916. (V. J. St. Macc. Koenigsberg L a. B.) BÜCHER Treue. Eine jüdische Sammelschrift, herausgegeben von der Zionistischen Gemeinde für Deutschland als Widmung den Freunden im Felde. Pessach 5676. . Das Ostjudenproblem hat in allen Kreisen ein lebhaftes Interesse für den sogenannten Jargon hervorgerufen. So wichtig es ist, wenn man die jüdische Sprache heute als die Umgangssprache des polnischen und littauischen Juden zu erhalten sucht, so bringt doch diese ganze Bewegung für uns als Zionisten eine Gefahr; wir vergessen zu leicht, daß das Hebräische aliein berechtigt ist, unsere nationale Sprache genannt zu werden, daß Hebräisch nicht nur die Sprache Palästinas, sondern auch mehr und mehr die Sprache des nationalgesinnten Ostjudentums und seiner Literatur ist. Unter dieser Perspektive ist die Pessachsammelschrift der Zionistischen Vereinigung für Deutschland besonders zu begrüßen, die sich stolz „Treue, eine jüdische Sammelschrift" nennt. Einigen warmen Worten der Widmung von Leo Herrmann folgt der schöne Aufsatz von Moses Calv a ry „Im Bann des Hebräischen". In fesselnden Bildern von einer Palästinareise, aus dem neuen hebräischen Leben in Palästina und zugleich an den Erfahrungen des Autors auf •der Reise, in Aegypten, in Damaskus wird gezeigt, wie schon heute Palästina hebräischen Geist auf das Oaluth ausstrahlt