Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 189 guten Besuchs. Wir veranstalteten am.27. II. eine recht hübsch verlaufene •Schlußkneipe, an der zu unserer Freude auch einige Bundesbrüder aus dem Felde teilnehmen konnten, und waten am 27. I. zu einer ebenfalls durchaus gelungenen Examenskneipe von Bbr. Sandler geladen. Desgleichen machte eine stattliche Anzahl von Bundesbrüdern zweimal von der Einladung .zum Kaffee bei A. H. Klewansky Qebrauch. Wir hatten eine Aktivmeldung: med. dent. Friedrich B e r 1 o w i t z; er wurde in den A. C. rezipiert. Der Konnex mit den Bundesbrüdern im Felde ist durch etwa halbmonatliche Rundschreiben wieder etwas belebt worden., Am 1. März schlössen wir das Semester.. Die Chargen wurden nicht •geändert. In den Ferien gibt A« H. Qinsburg Palästinaunterricht, «M o t u 1 s k y Comment. Personalia: Der Fux J akoby wurde nach bestandenem Burschenexamen in den B. C. rezipiert. Der Fux K o e n bestand sein Fuxenexamen. Hirsch wurde zu einer verschärften Rüge, P e t z a 11 zu einer Rüge wegen Disziplinlosigkeit verurteilt. S a n d 1 e r machte sein Referendarexamen und .verlobte sich mit Fräulein Meta Klewansky. 29. März Julius Levinsohn * ■* * Stammtisch Frankfurt a. M. Im vergangenen Semester erzielten wir zwei Aktivmeldungen (stud. iur. Heinz Nebenzahl, Bremen, und stud. med. Roger Bloch, Schlettstadt). Wir gaben uns mit de^Ausbildung dieser Füxe alle Mühe; wir richteten Stammtisch-, Diskussions- und Fechtabende ein; wir zwei Aktiven taten, was nur in unsern Kräften stand, und trotzdem: es ließ sich ebensowenig wie in den früheren Semestern ein richtiges Verbindungsleben erzeugen. Es ist immer wieder dasselbe mißtönige Lied, unerquicklich für den, der es anstimmen muß, wie für die, die es mitanzuhören haben: die Zahl der Aktiven ist ganz gering, viel zu gering für Frankfurt; die A. H. betätigen sich fast gar nicht und infolgedessen ist das Vereinsleben hier — selbst für Kriegszeiten und selbst für einen -Stammlisch — mehr als dürftig. Dieser Zustand droht nun allgemach chronisch zu werden. Das ist aber eine Gefahr, deren Größe man nicht verkennen darf. Ob nämlich am Frankfurter Stammtisch Leben herrscht oder nicht, das geht nicht nur uns Frankfurter etwas an, das ist keineswegs* nur eine interne Verbindungsangelegenheit, sondern das ist eine der allerwichtigsten Angelegenheiten des Kartells. Und darauf möchte ich denn auch an dieser Stelle und vor allem an dieser Stelle einmal mit Nachdruck hinweisen.