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Der jüdische Student · 1916-04-30 · 8. Kriegsheft (30.4.1916) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
8. Kriegsheft (30.4.1916)
Date
1916-04-30
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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.174 Der Jüdische Student licher. Alles Egoistische lag ihm fern.. Aber daß seine Eigenart, der allein er lebte, eine edle, sittliche war, versöhnte nicht nur mit. seinem Standpunkt, sie gab ihm ein Recht dazu. Er war ein wahrhaft adliger Mensch! Es war nichts Unschönes nichts Ungesundes an ihm, er war natürlich, frej und stolz. Er gehörte zu den seltenen Erscheinungen, die durch ihr gerades, männliches Wesen uns die Schmach der Gegenwart vergessen und uns an den Adel unserer durch Ghetto^,und Assimilation verderbten Rasse glauben lassen. Dieses adlige Wesen war nichts Erworbenes; er hatte nicht wie so viele durch strenge Selbsterziehung die Fehler unserer Vergangenheit abgeschüttelt und sich zu einem freien Menschen erzogen. Ihm .hatte die gütige Natur alles gegeben; er selbst brauchte nichts,dazu zu tun. Da er selbst ein Freier war, haßte er das Unfreie, wo er es traf.; Wie konnte er, der sonst so Milde und zart Empfindende aufbrausen und zürnen, wenn er Knechtschaft und Erniedrigung sah; wie führte er den ganzen Spott seines reichen Geistes heran, wenn es galt, wieder einmal eine jüdische Sklavenseele lächerlich zu machen! Aus diesem Geiste heraus war ihm der Zionismus (keine politische Forderung, für die es zu kämpfen und zu arbeiten galt, er war ihm eine moralische Selbstverständlichkeit, die zu seinem Wesen gehörte. — Wie falsch hatten wir ihn doch eingeschätzt! Er hatte uns weit mehr zu geben, «als wir.von ihm ^erwartet hattet?. Wir erhofften in ihm ein Arbeitstalent und er gab uns das Vorbild eines :edlen MenschenM und» freien Juden! > , .;, < ,: t < : > So sah ich Arthur Schweitzer in:, den Monaten^ da wir, durch einen Zufall zusammengeführt, draußen in Kampf und Not zusammenstanden. Lieb gehabt hatte ich ihn immer. < Doch als ich ihn auch verstehen gelernt hatte, wurde er mir entrissen. Nun bleibt mir nur die Trauer um den Freund und die entsetzliche Erinnerung jenes furchtbaren Tages, da er neben mir fiel. Es gibt jetzt keinen Trost und keinen Sinn für den Einzelnen. Er fiel,, obwohl er noch so Vieles; sich und den Seinen sein konnte; wo bleibt da der Trost? Ihn, - den Geistreichen und Edlen, tötete ein Geschoß, das vielleicht irgendein blöder sibirischer Muschik abgeschossen hatte; wo bleibt da der Sinn? Es bleibt uns. nur der wehmütige, aber, frei)dige Stolz, daß jer -unser gewesen ist. Die Vielen,;0(Jenen;_ er etwas gewesen,

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