Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537613-3537614--3579-3538138- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student 171 Die ihn kannten, werden ihn nie vergessen. Sein Name, -der mit dem Werden unseres Bundes so fest verknüpft war, soll auch dem Gedächtnis kommender Oenerationen erhalten bleiben. Ein äußeres Denkmal ist ihm die Institution, die so recht •in seinem Sinne bundesbrüderlicher Treue dienen soll und die seinen Namen tragt: unsere Erich Rosenkranz-Stiftung. Das Präsidium Arthur Schweitzer Viele liebe Brüder hat uns dies Schmerzensjahr entrissen. Das Ende Arthur Schweitzers ist eins der tragischsten. Sein Leben war dahingeflossen ohne äußere Hemmungen, ohne innere Kämpfe. Er war das verwöhnte Lieblingskind seiner Familie, die ihm alles Hinderliche aus dem Wege räumte. Was ihm noch entgegenstand, das überwand seine Begabung ohne Mühe. Die Schule tat er so nebenbei ab, in den Studienjahren ging er ganz seinen Neigungen nach. In unserem Kreise mußte er sich mit mancherlei Dingen auseinandersetzen; das hat ihn oft verstimmt, aber es war kein Kampf, der ihn gequält hätte. .Da brachte der Krieg ihm, dem Verwöhnten, der bisher alles Lästige zur Seite geschoben, den Zwang, die Sammlung aller seiner Kräfte für ein Ziel und damit die ersten inneren Kämpfe und Widersprüche. Er hatte sich gleich in den ersten Augusttagen als Freiwilliger gestellt, nicht im Rausche der Begeisterung wie so viele, sondern aus einfachem Pflichtgefühl, nicht daheim sitzen zu wollen, während die Anderen draußen ums Leben rangen. Aber je länger, desto mehr wurde .ihm der Krieg verhaßt. % Es konnte nicht anders sein. Ihm, der für jede Natur Verständnis hatte, jeder Persönlichkeit ihr Recht ließ, war diese •rohe Auseinandersetzung dör Völker in der Seele zuwider. Das •war ihm das Zentralproblem seiner letzten Zeit geworden: wie der Krieg zu beseitigen wäre. Darüber vernachlässigte er nicht seine Pflichten, aber wie immer, wenn er etwas auf dem Herzen hatte, mußte'er sich mit aller Welt aussprechen. So mußte ihq, den Kriegsfreiwilligen, jeder anhören, wie er gegen den Krieg eiferte,;ob es4 nun sein Bundesbruder oder sein Leutnant, ein einfachet Kamerad öder ein litauischer Jude war. Trotz, alledem würde er durch diesen Widerspruch zur * Sache,"" für die er