Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Der Jüdische Student ~ HI Eure mutigen Worte „Nach Palästina" sind vielen von unsaus dem Herzen gesprochen. Aber warum nehmt Ihr ihnen die Wirkung durch „öffentliche Diskussion"? Diskutieren heißt vertagen und „die Uebersiedlung nach Palästina vertagen, heißt auf sie verzichten". Wir haben immer gewartet — es fehlte die Tat! Wir waren stolz auf die, die nach Palästina gingen, aber es waren wenige und— noch niemand ging so wie Ihr es wollt: als Bauer! Uns fehlt das Beispiel — Ihr müßt es geben. Warum ist der Schluß Eures Aufrufes wieder Oaluth, Diskussion; hätte dort gestanden: Wir gehen, wer schließt sich an? dann wäre es ein Ganzes gewesen. Ihr die noch nicht Verwurzelten gebt ein Beispiel! Werdet die neuen Biluim, vielleicht seid auch Ihr der Anfang einer neuen Epoche, Ihr Glücklichen! ' Seid Ihr so mutig, so findet Ihr Anhang; nicht nur im* K.J.V.; ich kann Euch sagen: im Blau-Weiß, in der Jung-Juda warten die Besten auf das Beispiel! Sie suchen sich zu informieren — aber was können alle ihnen sagen. Einer ging nach Steinhorst auf die Ackerbauschule, andere werden, andere wollen auf der Landwirtschaftlichen Hochschule hören, einige werden Lehrer und einige Mediziner; ihnen allen fehlt das Beispiel.*) Gebt es ihnen! Wir, Verwurzelten warten ja auch auf das Beispiel, schon lange; wir warteten bisher vergeblich. Eure Tat wird unseren festen Entschluß beschleunigen. Albert Baer, Berlin Fragen des Tages Ein Brief aus dem Fe 1 de von Dr. S. Rosenbaum (Ma.-Kbg. A.H.) Liebe Bundesbrüder, daß Ihr endlich einen J. St. zustande gebracht habt, verdient unseren Dank so sehr, daß ich ihn Euch zum Ausdruck bringen muß. Wenn Ihr dort wüßtet, wie sehnsüchtig wir hier draußen auf jedes Lebenszeichen des Kartells warten, so müßtet Ihr jeden Monat ein Heft zustande bringen. Das Geld würden wir sicher durch Selbsterhöhung unseres Kartellbeitrags aufbringen. Und wenn der J. St zunächst nichts anderes wäre, als eine allmonatliche Sammlung der sonst einzeln *) Ein Primaner schreibt: „Wir wollen keine Vereinsmitglieder, keine Rachmonuszionisten, sondern wir wollen Juden, die den gewaltigen Judenschmerz ganz erlebt haben, die das Fernsein von Palästina als anormalen Zustand empfinden und entschlossen sind, für sich selbst wenigstens dem, ein Ende zu bereiten/'