Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 167 Die wohlhabenden Zionisten, die an der Gesellschaft, der "Freunde teilnehmen, verpflichten sich, einen bestimmten Geldbetrag bei der Bank einzuzahlen. Die Bank nennt ihnen die* Höhe des nötigen Beitrages. Diese effektive Einzahlung hat den Zweck, daß das Risiko der Bank so klein wird, daß sie der 'Gruppe einen billigen Kredit gewähren kann. Die doppelte Vereinigung tritt alsdann an das Palästina-Amt heran. Dieses vermittelt den Landankauf. Es empfiehlt1 sich, daß Ihr Euch an eine schon bestehende Kolonie anschließt,' denn dadurch werden die öffentlichen Abgaben viel kleiner.' Der Verlauf der Kolonisierung ist dann wohl folgender: Wir unterschieden oben die „Bemittelten" und die „Minderbemittelten" in der Gruppe. Die Bemittelten unter Euch kaufen genügend Land, um selbständige Kolonisten xsein zu können. Sie machen eine entsprechende Anzahlung und sind sofort freie Bauern, deren Gut nach einer Anzahl von Jahren schuldenfrei sein wird. Die „Minderbemittelten" dagegen müssen sich durchkämpfen und emporarbeiten: Bei Beginn der Kolonisation können sie nur ein bescheidenes Stück Land kaufen. Der Ertrag dürfte dann freilich nicht so weit reichen, daß sie davon leben und eine Familie gründen könnten. Vielmehr sind sie gezwungen, sich außerdem noch bei den jüdischen Kolonisten gegen Lohn zu verdingen. Ein Teil ihrer Einkünfte ist dann ihr Lohn, der. Rest der Ertrag ihrer kleinen „Kate". Sie sind also das, was man Kätner oder Häusler nennt. Solche Kätner werden in Erez Israel im Laufe der Jahre selbständige Kolonisten. Je größer ihr Anfangskapital ist, desto schneller kommen sie aus ihrem Lohnverhältnis heraus. Manchmal glückte es auch den jüdischen Landarbeitern, eine Frau zu bekommen, die etwas Mitgift hatte. Das brachte ihnen dann die ersehnte Unabhängigkeit.-- Nachdem die Gruppe alle ihre Verpflichtungen bei der Bank erfüllt hat, löst sie sich auf.--- Dies ist also ein Weg für Euch, meine lieben jungen Bundesbrüder. Bereitet Euch für das Land vor, solange Ihr noch im kalten Europa weilt, verschafft Euch Geld und interessiert die reichen Gesinnungsgenossen für den Ernst Eurer Absicht. Es ist die heilige Pflicht der Wohlhabenden unter uns, daß sie für Euch, eintreten. Lernt dann ernstlich in Erez Israel den Anbau der Erde und haltet treu durch, wenn Ihr erst kolonisiert seid. — Jewarechechem. — Und nun, auf Wiedersehen im schönen Erez Israel! Lehitraot l'erez awotenu. M. Fabian, Dortmund