Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 13 (1916-1917)
- Issue
- 8. Kriegsheft (30.4.1916)
- Date
- 1916-04-30
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 165 'Jahren freie jüdische Bauern zu sein. Dabei setzen wir voraus, vdaß wir es mit Menschen von Willen, Optimismus und tiefer /Liebe für Erez Israel zu tun haben. — Wir haben bei unserem Plan drei Stadien zu unterscheiden : die Vorbereitung in Europa, die Erlernung der Landwirtschaft in Erez Israel, die Ansiedelung. Die Vorbereitung in Europa. Sie besteht einmal darin, daß Ihr soviel als möglich Hebräisch lernt. Das beste Lehrbuch dafür ist Mosche Rath, das beim Jüdischen Verlag für drei Mark zu haben ist. Die Adresse des Verlages ist bekanntlich Berlin, Sächsische Straße 8. — Das Buch eignet sich zum Selbststudium, und A. H. Weinberg z. B. hat es im Schützengraben, im Feuer der Granaten, durchgearbeitet Am besten glückt der Kursus, wenn zwei oder höchstens drei das Buch gemeinsam benützen. Bedingung ist, daß Ihr von Anfang an leichte Sätze zu sprechen sucht. Der Erfolg ist dann unausbleiblich. Zweitens müßt Ihr Euch möglichst gute Kenntnisse von Palästina verschaffen. Das Handbuch von Trietsch ist das Buch eines klugen Schriftstellers, Nawratzki bietet eine Fülle von Stoff. Die Karte von Palästina muß man meiner 1 Meinung nach fehlerlos auswendig zeichnen können. Lest auch einmal die „Palästina-Berichte", die in den letzten Jahren in der „Welt" und in der „Jüdischen Rundschau" erschienen sind. Es gibt nichts Instruktiveres, als diese Artikel durch zwei, drei Jahrgänge im Zusammenhange zu verfolgen. Drittens rate ich Euch dringend, nach Möglichkeit vertrauten Anschluß an solche Juden zu suchen, die aus dem Ostjudentum stammen und ernsthaft national fühlen. In Erez Israel besteht bekanntlich das Problem, wie sich die Juden verschiedener Herkunft zusammenleben. Die Ostjuden sind uns an jüdischer Kultur überlegen. Lernt von ihnen das richtige jüdische Empfinden! Dann werdet Ihr Euch bei ihnen in Erez Israel nicht fremd fühlen. Sie sind ja dort die Mehrheit und beherrschen mit Recht das öffentliche Leben. Als vierter Punkt kommt in Betracht, daß Ihr Euch von Euren Verwandten soviel eigenes Kapital verschafft, als dieselben eben in der Lage sind, Euch zu geben. Das Nähere darüber später. '-■ Die Erlernung der Landwirtschaft in Erez Israel. iBald nach dem Ende des Krieges, sowie sich die Verhältnisse in . der Türkei ein wenig übersehen lassen, geht Ihr so zahlreich wie möglich ohne zu zögern nach Erez Israel hinüber. Dort tretet Ihr1 bei den jüdischen Landwirten oder in die Farmen des Nationalfonds usw. ein, die die jüdischen ungelernten Arbeiter -anlernen, und arbeitet. Dadurch verdient Ihr Euch einen Zu-